Gefühle bzw. Emotionen (abgeleitet vom lat. movere = bewegen) sind in jeder Familie ein wichtiges und präsentes Thema. Emotionen führen zu körperlichen Veränderungen, bestimmten Verhaltensweisen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und bewegen uns oft zu einer (unbewussten) Handlung. Gesichtsausdruck, Muskeln, Nerven und weitere biologische Systeme werden angeregt und verändern sich.

Auch unsere Kinder erfahren schon früh die ganze Palette an Gefühlen und Eltern erwarten, dass sie automatisch ihre Gefühle erkennen, verstehen und benennen können; im besten Fall sollen sie diese sogar kontrollieren und richtig damit umgehen können.

Gerade in der Autonomiephase zwischen 1,5 und 4 Jahren werden Kinder oft von ihren (widersprüchlichen) Gefühlen überrannt und vielen Eltern fällt es schwer dabei ihre eigenen Gefühle zu kontrollieren.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder lernen ihre Gefühle zu erkennen und mit ihnen umzugehen, ist es, mit ihnen darüber zu sprechen, ihnen zu helfen diese zu erkennen und zu benennen. Das Erkennen und Verstehen der eigenen Gefühle (neben den eigenen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen) ist ein Bestandteil für die Ausbildung eines gesunden Selbstbewusstseins und der Selbststeuerung, sowie der Ausbildung des Einfühlungsvermögens.

Gefühle

Aus diesem Grund möchte ich dir heute 3 Wege vorstellen, um mit deinem Kind das Thema Gefühle zu besprechen und ihm dabei zu helfen die eigenen Gefühle zu erkennen und zu benennen.

1. Gefühle malen

Gerade kleinere Kinder können auf kreative Weise ihre Gefühle gut ausdrücken. Diese Übung kannst du einfach mal so mit deinem Kind machen oder wenn du bemerkst, dass dein Kind sehr aufgewühlt ist, seine Gefühle aber nicht in Worte fassen kann.

Du brauchst dazu einfach nur weisses Papier und schöne Stifte (z.B. Wachsmalstifte oder Wasserfarben). Ermutige dein Kind dann seine Gefühle aufzumalen. Dazu muss es kein Bild im herkömmlichen Sinne malen und es gibt auch kein richtig oder falsch; es geht nur darum das Gefühlte darzustellen, z.B. durch Farben und Formen. So wie dein Kind seine Gefühlspalette gerade empfindet, kann und soll es diese aufmalen.

Es ist vielleicht beim ersten Mal ganz hilfreich, wenn du zeitgleich dasselbe machst, so kann dein Kind sich evtl. besser darauf einlassen. Wenn dein Sohn oder deine Tochter mag, könnt ihr im Anschluss über das Bild sprechen; lass dir erklären, welche Form oder Farbe was bedeutet. Das ist oft sehr spannend, auch für dein Kind, diese Gefühle aufgemalt zu sehen.

2. Gefühle würfeln

Um Gefühle mit deinem Kind auf vielfältige Weise auszudrücken und darüber zu sprechen, eignet sich besonders der Gefühlswürfel. Dadurch kannst du mit deinem Kind oder mit der ganzen Familie ein Spiel spielen, bei dem ganz nebenbei die emotionale Intelligenz deines Kindes angeregt wird.

Vielen Kindern fällt es schwer Gefühle bei anderen zu erkennen oder sie selbst auszudrücken. Genau dafür ist dieses Spiel mit dem Gefühlswürfel geeignet.

Drucke dir dazu folgende Vorlage aus und falte und klebe sie zu einem Würfel zusammen. Und schon kann es losgehen:

  • Setzt euch gemütlich an den Tisch und beginnt.
  • Der Erste würfelt einmal und stelt dann das angezeigte Gefühl dar.
  • Damit es nicht langweilig wird, könnt ihr verschiedene Runden spielen
  • 1. Runde: Das Gefühl pantomimisch darstellen
  • 2. Runde: Das Gefühl mit Worten beschreiben
  • 3. Runde: Eine Situation beschreiben, in der das Gefühl empfunden wurde
  • 4. Runde: Das Gefühl mit einem Ton beschreiben (z.B. hell, dunkel, seufzen, wimmern)
  • 5. Runde Das Gefühl zeichnen

Ich bin mir sicher ihr werdet damit interessante Momente erleben, einiges über den anderen erfahren und  das Erkennen, Verstehen und Zeigen von Gefühlen wird nach und nach deutlich einfacher für dein Kind.

Hier kannst du den Gefühlswürfel ausdrucken: gefühlswürfel downloaden

3. stellvertretende Gefühle

Einige Kinder tun sich enorm schwer damit über ihre Gefühle zu sprechen. Du merkst vielleicht ganz genau, dass etwas nicht stimmt, dein Kind vor irgendetwas Angst hat oder eine unangenehme Situation erlebt hat. Trotzdem kann dein Kind es dir nicht mitteilen.

Gerade bei Kindern im Alter von 3-9 Jahren funktioniert es oft sehr viel besser, wenn sie durch einen Stellvertreter über ihre Gefühle sprechen dürfen. Dies wird in vielen Fällen das Kuscheltier sein.

Frag also in einer Situation, in der du merkst, dass dein Kind dir eigentlich etwas erzählen möchte (es aber aus irgendeinem Grund nicht schafft), ob vielleicht das Kuscheltier dir erzählen kann, was passiert ist. Sprich dann direkt das Kuscheltier an und frag nach, ob es vielleicht weiß, was dein Kind so bedrückt und ob es dir etwas darüber erzählen mag.

In vielen Fällen klappt es und die Kinder können sich dadurch öffnen und es fällt ihnen leichter über ihre Gefühle zu sprechen. Falls es nicht klappt, dann lass es für den Moment auch gut sein und intergriere einfach häufiger Gefühle in den Alltag, z.B. durch das Spiel mit dem Gefühlswürfel.

Ich hoffe eine der 3 Ideen spricht dich an und du findest so einen Zugang zur Gefühlswelt deines Kindes, um ihm das Erkennen, Verstehen und Ausdrücken von Gefühlen zu erleichtern.

Falls du noch weitere Tipps dazu hast, immer her damit…ich freu mich auf deinen Kommentar!

Liebe Grüße

PS:
Hättest du gerne mehr Tipps von mir, wie du entspannt und gelassen erziehen, dein Mama-Sein richtig genießen UND die Bedürfnisse deines Kindes erkennen kannst?

Dann lade ich dich sehr gerne zum kostenlosen Coaching in meine facebook-Gruppe „Entspannte Erziehung – Entspanntes Mama-Sein“ ein.

Hier unterstütze ich Mamas dabei ihr Familienleben mit Leichtigkeit und Freude zu gestalten, eine positive Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen, gelassener zu werden und sich selbst persönlich weiterzuentwickeln.

Ich freu mich auf dich!

Emmalis Montagslieblinge – Gefühle mit Kindern besprechen
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