Geschwisterstreit ist der Dauerbrenner unter den Erziehungsthemen. Vermutlich kennst du das auch. Deine Kinder zanken, raufen, ärgern sich gegenseitig und sind dabei auch noch furchtbar laut?

Kaum verlässt du das Zimmer, um etwas zu erledigen, hörst du sie schon aus dem Nebenzimmer. Du rufst laut, um den Lärmpegel der streitenden Kinder zu übertönen, „Hört auf“ oder „Regelt das“ oder „Einigt euch in Ruhe“. Während du vielleicht noch denkst, „Oje, ob das gut geht…“ hörst du schon wieder einen Schrei nach dir. Deine Kinder bekommen es einfach nicht alleine geregelt und du bist womöglich frustriert über die ewig gleichen Situationen und den ewig gleichen Ablauf, bei dem letztendlich der Streit eskaliert und du eingreifen musst.

geschwisterzoff

Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass deine Kinder ihre Auseinandersetzungen nicht alleine regeln können, v.a. im Kindergarten und Grundschulalter. Sie bräuchten dazu geeignete Problemlösetechniken, doch diese müssen sie erst erlernen. Am Besten klappt das indem du diese vorlebst, sie ihnen aufzeigst und ihnen dann bei der Umsetzung hilfst.

Geschwisterstreit lässt sich nicht verhindern, aber du kannst aktiv etwas dafür tun, dass sich die Streitigkeiten reduzieren und nicht verselbständigen. Der Hauptpunkt dabei ist, dass du deinen kindern dabei hilfst selbst mit den meinungsverschiedenheiten klar zu kommen und eine Lösung zu finden, die für alle beteiligten akzeptabel ist.

Um deine Kinder dabei zu unterstützen und ihnen geeignete Strategien beizubringen, möchte ich dir im Folgenden ein paar wichtige Punkte erläutern.

1. Ruhig bleiben

Entspann dich! Klar nervt ständiges Gezanke, es ist laut und anstrengend – aber es handelt sich dabei selten um einen Nofall. Das bedeutet also, dass du auch nicht sofort losstürmen und dazwischengehen musst, denn dies führt in der Regel nur dazu, dass du schimpfst und Schiedsrichter spielst.

Besser für alle ist es, wenn du erst einmal tief durchatmest, dich selbst beruhigst und erst dann zu deinen Kindern gehst, um ihnen dabei zu helfen ihre Gefühle verbal auszudrücken und  eine Lösung bzw. einen Kompromiss zu finden. Mehr zur Konfliktklärung findest du hier.

2. Sei die Schweiz

Wenn du deinen Kindern helfen willst zu lernen Streitigkeiten selbst beizulegen und geeignete Lösungen zu finden, dann bleib bitte neutral. Als Schiedsrichter stellst du dich auf eine Seite und das frustriert auf Dauer beide Kinder. Du bist ja selten von Anfang an dabei, also weißt du auch nicht mit Sicherheit, was genau passiert ist.

Bedenke außerdem, dass beide Kinder noch lernen; und auch wenn es gerne erwartet wird, das ältere Kind muss nicht immer das verständige Kind sein, das nachgibt.

3. Teilen muss nicht immer sein

Ich weiß, dass es in der Gesellschaft als positiver Charakterzug gesehen wird, wenn ein Kind gerne teilt. Dabei wird allerdings oft übersehen, dass eher diejenigen Kinder später gerne und freiwillig teilen, die auch „nein“ sagen durften und nicht immer teilen mussten, nur weil die Eltern es so wollten.

Zwingst du dein Kind dazu sein Spielzeug zu teilen, dann führt das zu Frustration. Gerade kleine Kinder haben wirklich Angst, dass sie ihr geliebtes Spielzeug vielleicht nicht mehr wiederbekommen; sie können das noch nicht so abstrakt und vorausschauend betrachten wie wir Erwachsenen. Und manche Dinge wollen Kinder einfach nicht teilen, weil sie ihnen so wichtig sind.

Lass dein Kind ruhig selbst entscheiden, wann und was es teilen möchte und respektiere auch, wenn es nicht teilen will. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht paradox, aber so wird es deinem Kind nach und nach leichter fallen beim nächsten Mal doch zu teilen, weil es merkt, dass ihm niemand etwas wegnehmen möchte.

Wie Du mit Geschwisterstreit umgehen solltest

4. Gefühle zeigen

Klingt plausibel und selbstverständlich und doch fällt es vielen Mamas schwer die Gefühle ihrer Kinder einfach anzunehmen, insbesondere bei den negativen. Doch auch diese gehören zu deinem Kind. Lass es also seine Gefühle ausdrücken, auch wenn sie vermeintlich negativ sind und sich gegen das Geschwisterkind wenden.

Manchmal ärgert man sich eben über den Bruder oder die Schwester und will das mit entsprechenden Gefühlsausbrüchen oder Äußerungen deutlich machen. Das bedeutet ja nicht, dass dein Kind sein Geschwisterchen nicht mehr mag, sondern einfach nur, dass es gerade in diesem Augenblick oder in dieser Situation etwas richtig blöd an ihm findet.

Lass die Gefühle zu und lass dein Kind bzw. deine Kinder wissen, dass es ok ist. Brauchst du Ideen, wie du mit deinen Kindern über Gefühle sprechen kannst? Dann hier entlang…klick.

5. Gib sachliche Rückmeldung

Dieser Punkt geht einher mit Punkt 2. Wenn du also deinen Kindern helfen willst den Konflikt zu lösen, dann höre unvoreingenommen zu (soweit das möglich ist). Lass beide Seiten ihre Version erzählen, hör richtig zu und melde einfach nur rück, was du gehört hast. Alleine das hilft oft schon, damit sich die Gemüter beruhigen.

Wenn du allerdings anfängst das Gehörte zu bewerten, wird es schwierig und der Streit dehnt sich nur noch aus und schnell bist du Teil davon.

6. Gemeinsam stark

Erwarte nicht, dass deine Kinder deine Ideen oder deine Lösestrategien sofort übernehmen. Unterstütze deine Kinder dabei gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Vielleicht findet sich sogar ein Kompromiss, den beide gut finden? Dabei wirst du deinen Kindern einige Male helfen müssen, aber mit der Zeit werden sie es immer öfter eigenständig schaffen und ihre eigenen Strategien zur Lösungsfineung entdecken und anwenden.

Natürlich werden diese Tipps nicht bei allen Arten von Geschwisterstreit gleich gut helfen. Es gibt einige familiäre Strukturen, Beziehungen oder Gewohnheiten, die im Vorfeld vielleicht geändert werden sollten, weil sie ständiger Auslöser für den Streit sind. Dazu zählen zum Beispiel Eifersucht, extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, große Ängstlichkeit oder Unsicherheit. Die genannten Punkte können dir jedoch helfen dich zu entspannen und ruhiger und bewusster damit umzugehen.

Wie läuft es bei euch ab? Gibt es viel Streit zwischen den Kindern und können sie diesen ab und zu schon alleine regeln? Ich freu mich über deinen Kommentar!

Liebe Grüße

PS:
Hättest du gerne mehr Tipps von mir, wie du entspannt und gelassen erziehen, dein Mama-Sein richtig genießen UND die Bedürfnisse deines Kindes erkennen kannst?

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Geschwisterstreit – einmischen oder lieber doch nicht?
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