Scheidung bzw. Trennung nach jahrelanger Partnerschaft ist nicht schön…sind Kinder im Spiel wird´s oft schwierig und manchmal sehr unschön. Daraus resultieren wohl auch die vielen Vorurteile über Scheidungskinder; angefangen von

Scheidungskinder sind suchtgefährdet

über

Scheidungskinder sind beziehungsunfähig und haben psychische Probleme

bis hin zu

Scheidungskinder sind Schulversager oder wahlweise karrierefixiert

Hm, irgendwie schon sehr negativ alles, macht doch auch gleich ein furchtbar schlechtes Gewissen…aber ist das wirklich so? Hat eine Scheidung zwangsläufig nur negative Konsequenzen für das Kind? Oder kommt es vielleicht einfach darauf an wie die Eltern sich trennen?

scheidungskinder
Bildquelle: pixabay.com ©openclipart_vectors

Genau…Scheidungskinder haben es nicht leicht und sind erst einmal belastet mit der ganzen neuen Situation, die sie da überrollt und auf die sie scheinbar keinen Einfluß haben. Aber auch Kinder in funktionierenden Elternbeziehungen erfahren belastende Situationen.

Es kommt also tatsächlich darauf an, wie die Eltern die Trennung bekanntgeben, mit ihr umgehen und mit das Kind behandeln. Denn es darf nicht vergessen werden, dass zwar die Beziehung zwischen den Elternteilen kaputt ist, aber die Beziehung zum Kind ist stabil und funktionierend. Das Eine hat mit dem Anderen wenig zu tun.

Damit Dein Kind keinen Ballast im späteren Leben durch die erfahrene Trennung der Eltern mitschleppt, möchte ich Dir heute 4 Tipps geben, wie Du die Trennungssituation für Dein Kind leichter machen kannst:

Informiere dein Kind rechtzeitig

  • Gemeinsam. Ihr seid beide die Eltern, ihr liebt beide euer Kind, also informiert es auch gemeinsam über die bevorstehende Trennung (sprecht euch vorher ab). Sucht euch dafür bitte einen Zeitpunkt aus, indem ihr emotional einigermaßen stabil seid.

  • Kurz und altersgerecht. Geht bei der Begründung bitte nicht ins Detail, sondern schildert die 2 wichtigsten Gründe altersgerecht.
  • Fahrplan vorstellen. Erklärt eurem Kind unbedingt wie es nun weitergehen wird und nehmt ihm damit die Angst, die es automatisch empfinden wird nach dieser Nachricht. Betont dabei das Verbindende ( ihr seid immer noch beide für euer Kind da; es verbringt bei beiden angemessen Zeit) und nicht das Trennende ( wir ziehen weg; nur noch 1Mal im Monat beim anderen Elternteil etc.).
  • Euer Kind ist der Mittelpunkt, der gemeinsame Nenner. Bringt klar zum Ausdruck, dass der Konflikt nur zwischen euch besteht, dass nur eure Beziehung beendet wird und dass die Beziehung zwischen dem jeweiligen Elternteil und Kind völlig intakt ist, bestehen bleibt und weiterhin gepflegt wird.

 

„NIEMAND ist so gut oder schlecht, wie er während seiner Scheidung gemacht wird.“

J.J.Disenberg

Halte dein Kind raus

  • Es ist nicht Dein Seelentröster. Natürlich geht es Dir schlecht und Du machst eine schlimme Zeit durch. Natürlich darf und wird Dein Kind Dir das anmerken. Aber benutz Dein Kind nicht als Kummerkasten, der dich tröstet.

  • Keine Machtspielchen. Alte Rechnungen zu begleichen, weil es sich gerade in dieser Wut gut anfühlt, indem du z.B. nicht möchtest, dass Dein Kind seine Oma oder Tante väterlicherseits besucht, ist Deinem Kind gegenüber extrem unfair. Bitte verkneif Dir das.
  • Zwing Dein Kind nicht zu wählen. Klar würde es dem Ego gut tun, wenn Dein Kind deutlich Stellung bezieht und sich auf deine Seite schmeißt. Deinem Kind tut das aber alles andere als gut. Es kommt in einen schwierigen Konflikt, denn es liebt euch beide.
  • Versuch neutral zu bleiben, wenn du über Deinen Ex-Partner oder seine neue Partnerin sprichst. Das ist sicher nicht leicht, vielleicht sind üble Dinge vorgefallen, aber der doofe Typ, dem du am Liebsten an den Hals springen möchtest, ist für Dein Kind trotzdem der unersetzbare, perfekte Papa. Lass dies zu und vermeide auch gehässige Bemerkungen über die neue Beziehung in Gegenwart deines Kindes. Das bringt dein Kind sonst nur in einen unnötigen Loyalitätskonflikt. Und glaub mir, keine neue Partnerin kann Dich ersetzen – du bist und bleibst die Mama, das sieht auch dein Kind so.

Klare Absprachen müssen sein, das schützt dein Kind vor unnötigen Belastungen

  • Gemeinsames Konzept erstellen. Im Interesse Deines Kindes müsst ihr ein gemeinsames Konzept erstellen die Elternschaft betreffend. Wann das Kind den anderen Elternteil besuchen kommt, wie oft und wielange. Welche Regelung sich anbietet ( je nachdem wie weit weg der andere wohnt), ob jedes Wochenende, auch unter der Woche oder nur in den Ferien. Und wie gestaltet sich die „Übergabe“? Könnt ihr die paar Minuten normal miteinander umgehen, oder endet jede Begegnung in Vorwürfen? Dann wäre es gut, wenn das Kind direkt an der Schule, Kiga etc. abgeholt wird oder die Oma das übernimmt.

  • Absprachen einhalten. Tolle Konzepte nutzen niemandem, wenn man sich nicht daran hält, am allerwenigsten eurem Kind.
  • Tauscht euch aus. Ihr seid kein Paar mehr, aber immer noch Eltern. tauscht euch regelmäßig kurz über die Entwicklung eures Kindes oder über besondere Vorfäll aus. so fühlt sich keiner in den Hintergrund gedrängt.
  • Lass Dein Kind mitentscheiden. Je nach Alter kann Dein Kind hier mitentscheiden. Gib ihm Alternativen und lass es selbst entscheiden. Will es lieber am Wochenende zum anderen Elternteil oder passt das gar nicht, weil dann das geliebte Fußballtraining ausfallen müsste? Oder will Dein Kind erstmal gar keinen Kontakt? Auch das ist in Ordnung, es sollte aber klar ausgesprochen werden, dass Du regelmäßigen Kontakt für wichtig hältst und auch nichts dagegen hast.

Achte genau auf die Signale deines Kindes

  • Sei gesprächsbereit. Dein Kind will vielleicht viel mehr mit Dir sprechen als sonst. Ihm geht viel durch den Kopf, es hat Ängste und wünscht sich, dass einfach wieder alles so ist wie vorher. Hör genau hin, versprich nichts Unrealistisches und versuch ihm seine Ängste zu nehmen, indem du einfach da bist.
  • Nimm Schuldgefühle. Viele Kinder geben sich selbst die Schuld, wenn etwas Negatives in der Familie passiert. Und gerade bei Trennungen kommen Kinder auf die unglaublichsten Gründe, warum sie selbst schuld daran sind. Mach diese Gründe nicht lächerlich und wiegel sie nicht ab. Hör genau zu und werd nicht müde Deinem Kind kurz und knapp zu erklären, dass die Gründe für die Trennung nur zwischen Dir und Deinem Expartner liegen.
  • Geborgenheit. Viele Kinder haben jetzt ein gesteigertes Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Achte darauf und plan Zeiten ein in denen ihr gemeinsam Dinge unternehmt, kuschelt oder einfach redet. Das schweißt zusammen und hilft Deinem Kind diese schwierige Zeit zu bewältigen.

Echte Aufmerksamkeit ist A und O

  • Was meine ich damit? Schöne Reden sind toll und Dir Zeit zu nehmen, Deinem Kind alles zu erklären und Pläne zu erstellen ist wichtig. Dein Kind muss aber sehen und erfahren, dass Du es ernst meinst, dass es sich auf Dich verlassen kann und deshalb solltest du das Gesagte unbedingt umsetzen. Schenk Deinem Kind echte Aufmerksamkeit und besprich das auch mit Deinem Ex-Partner.

„Es gibt sicher viele Gründe für die Scheidung, aber der Hauptgrund ist und bleibt die Hochzeit.“

Jerry Lewis

 

Ich hoffe sehr, dass dir meine Tipps in dieser schwierigen Zeit dabei helfen, Dein Kind nicht aus den Augen zu verlieren. Vergiß bitte auch nicht, dass Dein Kind Zeit braucht, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und damit klarzukommen. Das ist nicht auf ein paar Wochen getan, sondern dauert manchmal Jahre. Lass ihm diese Zeit!

Ich weiß auch, dass oft in einer Beziehung so schlimme Dinge vorgefallen sind oder die einzelnen Parteien so gekränkt, verletzt oder wütend sind, dass ein normaler Umgang kaum möglich erscheint. Für solche Fälle möchte ich Dir sagen, dass es in so ziemlich jeder Stadt kostenlose Familienberatungsstellen gibt, die euch während dieses Umbruchs fachmännisch begleiten können bzw. sogar spezielle Kurse daür (z.B. „Kinder im Blick“) anbieten.

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Laß mir gern einen Kommentar mit Deinen Erfahrungen oder Fragen zum Thema da. Ich freu mich.

Viele Grüße

 

 

Über den Autor

 

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Medienpädagogin und selbst Mama von 3 Kindern. Auf ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen rund um ein entspanntes Familienleben, Erziehungstipps, Kreatives, Shoppingtipps und Episoden aus dem Alltag mit 3 Kindern.

Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie nun auch online als Mamacoach und Erziehungsberaterin tätig. Sie unterstützt Frauen dabei entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.

 

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4 Dinge, die Deinem Kind die Scheidung erleichtern
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11 Kommentare zu „4 Dinge, die Deinem Kind die Scheidung erleichtern

  • Mai 8, 2018 um 8:40 am
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    Bekannte hatte es nicht so leicht bei der Scheidung. Erst ein Anwalt für Familienrecht konnte die Wogen glätten und die Parteien zu einer Einigung bewegen. Das echte Aufmerksamkeit das A und O für die Kinder ist, kann ich nur bestätigen.

    Antworten
    • Mai 11, 2018 um 6:42 am
      Permalink

      Hallo Mia,
      ja, manchmal verläuft es leider nicht friedlich. Zum Glück gibt es dann noch weitere Anlaufstellen wie Familienanwälte, Jugendamt und Mediatoren, die bei der Lösungsfindung unterstützen können.
      Viele Grüße, Steffi

      Antworten
  • Oktober 15, 2018 um 12:46 pm
    Permalink

    Mein Onkel und meine Tante werden sich scheiden lassen und wollen alles so gut wie möglich für die Kinder regeln. Auch rechtlich gesehen müssen die Dinge in Ordnung sein. Sie folgten Ihrem Rat und informierten gemeinsam die Kinder rechtzeitig über die Scheidung. Sie nannten auch die Hauptgründe.

    Antworten
  • Oktober 23, 2018 um 6:50 am
    Permalink

    Eine Freundin von mir braucht einen Rechtsanwalt, weil sie sich von ihrem Mann scheiden lässt. Sie weiß aber nicht, ob sie das schon ihrem Kind mitteilen soll und wie. Ich bin einverstanden, dass die beste Lösung wäre, dass die Eltern gemeinsam mit dem Kind sprechen und nicht ins Detail gehen. Danke für den Tipp

    Antworten
  • Oktober 26, 2018 um 7:44 am
    Permalink

    Die Trennung ist eine schwierige Situation. Nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder. Vielleicht besonders für die Kinder. Glücklicherweise gibt es in der Tat Methoden, um damit umzugehen. Ich finde es sehr gut, dass Sie sagen, dass die Kinder aus dem Streit herausgelassen werden sollen.

    Antworten
  • November 5, 2018 um 11:44 am
    Permalink

    Sicher kann man mit den Rechtsanwälten auch ein Konzept erstellen, das das gemeinsame Trennen erleichtert. Die Trennung ist für die Kinder nie leicht. Schließlich wird das Elternhaus, das sie als sicher hielten und das sie schützen sollte, zerrissen. Allerdings sollten die Eltern nicht dabei verbleiben nur aufgrund des Kindeswohls zusammen zu bleiben.

    Antworten
  • November 26, 2018 um 11:37 am
    Permalink

    Es is sehr wichtig, das Kind während einer Scheidung nicht als Seelentröster zu sehen. Das ist das letzte, was er sein sollte. Eine Freundin hat einen Anwalt kontaktiert, weil sie sich von ihrem Ehemann scheiden lassen will und hat den Fehler gemacht, alles mit ihrem Kind rauszulassen. Die Hilfe einer Psychotherapeutin hat sehr geholfen, aber das Kind hat darunter gelitten.

    Antworten
    • Juni 24, 2019 um 11:35 am
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      Hallo Marc,
      es ist nett von Dir es so zu sehen. Dieses Rauslassen hört sich ja emotional an. Ich habe den Verdacht, das Kinder auch häufig als ein leicht manipulierbares Instrument zur Rache missbraucht wird.
      Soll schon vorgekommen sein.
      LG
      Stef

      Antworten
  • Dezember 13, 2018 um 10:15 am
    Permalink

    Hallo Stefanie, danke für deinen Ratgeber für Trennungen. Es stimmt, dass es gerade bei kleinen Kindern schwer wird, eine Scheidung ohne große Tränen bekanntzugeben. Gerade wenn die Scheidung schwierig ist und auch ein Anwalt involviert ist, assoziieren Kinder negative Gefühle , die sie nicht auf sich selbst projizieren sollten. Meine Schwester hat da so eine ähnliche Situation erlebt.

    Antworten
  • April 4, 2019 um 9:38 am
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    Ich finde es schön, wie du hier mit den Klischees über Scheidungskinder aufräumst. Auch für deine Tipps für den Umgang mit einer Scheidung vor Kindern gefällt mir. Meine Schwester lässt sich jetzt von ihrem Mann scheiden, ihre zwei Töchter finden das milde gesagt nicht so toll.

    Antworten
  • Mai 16, 2019 um 2:37 pm
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    Vielen Dank für die Tipps, wie man dem Kind eine Scheidung erleichtern kann. Meine Bekannten wollen sich scheiden lassen und diese Zeit ist für alle sehr stressig, besonders für die Kinder. Ich teile diesen Beitrag gerne mit ihnen, damit sie die Kinder rechtzeitig über die Trennung informieren.

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