Jeder Mensch und v.a. jedes Kind liebt es zu lernen und viele Eltern würden es begrüßen, wenn ihr Kind leichter lernen könnte. Doch irgendwann, leider manchmal bereits kurz nach der Einschulung, verlieren viele Kinder diese Lust zu lernen bzw. den Spaß am Lernen. Und nicht selten führt genau dieses Thema zu immer wiederkehrenden Konflikten in der Familie.

Du kennst das bestimmt auch. Die Hausaufgaben dauern gefühlt eine Ewigkeit, die Vorbereitung auf Tests empfindet dein Kind (und du vermutlich auch) als anstrengend und lästig. Du ertappst Dich dabei dein Kind  zu ermahnen „Jetzt konzentrier dich doch endlich mal“, wirst selbst immer nervöser und angespannter und nach und nach werden die täglichen Lernsituationen zu einem ungeliebten MUSS.

Die Gründe dafür, dass es unseren Kindern immer schwerer fällt Spaß und Freude beim Lernen zu erfahren sind vielschichtig (Schulsystem, übertriebene Erwartungen, Druck etc.) und zu umfangreich für diesen Blogartikel.

Ich möchte Dir aber heute 5 wichtige, unkonventionelle und einfach umzusetzende Tipps mit auf den Weg geben, wie Du Deinem Kind die Lernsituation erleichtern kannst und v.a. wie Dein Kind seine Lernerfolge noch verbessern kann. Leichter lernen ist gar nicht so schwer…

„Probleme sind unsere Freunde, denn ohne Herausforderung lernen wir nicht.“

Norm Green

leichter lernen

1. Verstehen

Grundlegend für jeglichen dauerhaften Lernerfolg ist das Verstehen des Gelernten. Stures Pauken (wie es oft durchgeführt wird) hat nur kurzfristigen Erfolg und ist dazu noch sehr anstrengend.

Du kannst dir das Pauken so vorstellen, wie die Harvard-Professorin Ellen J.Langer dies einmal formuliert hat. „Stupides“ Auswendig-Lernen kann man mit Paketen vergleichen, die man einfach schlucken will anstatt sie zu öffnen und hineinzusehen.

Da es furchtbar anstrengend ist so große Lernbrocken einfach zu „schlucken“ sprich zu pauken, tun die wenigsten Schüler dies freiwillig. Sie haben nur keine Alternative dazu, weil sie es ja nicht verstanden haben und nicht wissen wie sie es verstehen können.

Bei jeglichem Lernstoff ist deshalb das Allerwichtigste „Erst kapieren, dann merken“.

Deshalb solltest Du Dein Kind dazu ermuntern und ihm dabei helfen die jeweiligen Zusammenhänge und Aussagen wirklich zu verstehen. Und dank Internet mit Suchmaschinen und youtube findet sich zu jedem Thema unglaublich viel an Erklärung.

Ignoriert also am Besten zu Beginn des Lernens die Details und evtl. Zahlen und konzentriert euch darauf die Kernaussage zu verstehen. Hat Dein Kind dies geschafft, ist das Lernen der Details ein Kinderspiel und rundet das Verständnis ab.

Bitte nicht vergessen:

Wenn Dein Kind auch nach 3 Erklärungen noch nicht vollständig verstanden hat, obwohl für dich alles total logisch ist, ist es nicht die Schuld Deines Kindes! Jeder Mensch begreift und versteht aufgrund seiner Erfahrungen, die er im Gehirn gespeichert hat. Und wenn jemand schneller begreift, dann hat derjenige diesbezüglich einfach schon mehr Erfahrungen gesammelt.

„Wer einem Kind die Lösung eines Problems sagt, betrügt es um seine Erfahrung.“

Jean Piaget

2. Leistungshoch nutzen und leichter lernen

Vermutlich hast du schon oft davon gehört, dass es eine sog. Lernkurve gibt. Das bedeutet, dass es Tagesphasen gibt in denen uns das Lernen leichter fällt als in anderen Phasen und in denen wir uns besser konzentrieren können.

Leider nutzen die Wenigsten diese Phasen bewusst und so sollen (oder wollen es auch selbst) müde Schulkinder sofort nach 6 Stunden Schule ihre Hausaufgaben machen. Wenn dann die Konzentration nicht so mitspielt sind sie selbst oder Du als Mutter gefrustet.

Du kannst dir die Lernkurve wie ein U vorstellen. Links oben ist morgens, da kann unser Gehirn am meisten leisten, Richtung Mittag sinkt es ab, um dann langsam wieder zu steigen und abends nochmal eine Hochphase zu haben.

Einige Eltern sind gar nicht damit einverstanden, wenn ihre Kinder die Hausaufgaben oder Lernzeiten auf abends legen möchten. Dabei ist dies enorm sinnvoll und gerade wenn es bei euch Probleme mit der Konzentration bzw. dem Lernerfolg gibt, rate ich Dir es einfach 2 Wochen lang auszuprobieren. Schau was passiert, ob sich etwas verändert.

Die Hausaufgaben kann dein Kind ja bereits nachmittags machen, allerdings empfehle ich eine ausreichende Pause nach der Schule. Nach den Hausaufgaben dann wieder Freizeit, Sport oder Spielen und abends dann lernen.

Bei uns klappt das sehr gut und meine Töchter lernen v.a. seit der 6.Klasse überwiegend abends, weil sie selbst merken, dass es ihnen  damit besser geht und ihre Lernerfolge positiver sind.

 

„Drei Dinge helfen die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen. Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.“
Immanuel Kant

 

3. Im Schlaf lernen

Dieser Tipp schließt sich nahtlos an den vorhergehenden an. Warum?

Weil unser Gehirn nachts die letzten Informationen verarbeitet.

Angenommen Dein Kind lernt abends vor dem Bett gehen, dann wird sein Gehirn nachts die neuen Informationen verarbeiten und speichern. Da es im Schlaf nicht von anderen Umweltreizen oder Gedanken abgelenkt wird, ist dies besonders effizient.

Dieser Effekt wurde wissenschaftlich von der Schlafforscherin Jessica Payne (Universität Notre Dame) nachgewiesen. In ihrem Experiment wurden 207 lernende Studenten untersucht. Diejenigen Studenten, die nach dem Lernen und vor dem Test geschlafen haben, schnitten deutlich besser ab.

Ein weiterer Vorteil für das Lernen ist es sog. Powernaps (Nickerchen von 10min.) zwischen Lerneinheiten einzulegen. So kommt die Universität Lyon zu dem Ergebnis, dass regelmäßiger Kurzschlaf dabei hilft, Informationen effektiver zu verarbeiten und sich besser daran zu erinnern.

Ein Tipp von mir:

Es gibt bei Jako-o ganz tolle 1×1-CDs; wenn sich Dein Kind diese abends zum Einschlafen anhört, wiederholt und vertieft es ohne Anstrengung das 1×1 und kann dadurch leichter lernen.

 

Zum Nachdenken für Dich "Die Tierschule"(von George Reavis) in gekürzter Fassung:
Einst beschlossen die Tiere ... eine Schule zu organisieren.
Lehrplan: Laufen, Klettern und Fliegen.
... Die Ente war ausgezeichnet im Schwimmen ... aber sie konnte beim Fliegen nur gerade eben bestehen und war sehr schlecht im Laufen. Daher ... mußte sie Nachhilfestunden nehmen und Schwimmen ausfallen lassen, um Laufen zu üben ...bis ihre Schwimmfüße arg mitgenommen waren und sie im Schwimmen nur noch durchschnittlich war.
Aber Durchschnitt war akzeptabel in der Schule.
Darüber machte sich niemand Sorgen, außer der Ente.
Das Kaninchen begann als Klassenbester im Laufen, hatte aber einen Nervenzusammenbruch wegen der vielen Arbeit, um im Schwimmen aufzuholen.
Das Eichhörnchen war ausgezeichnet im Klettern, bis es in der Flugklasse frustriert wurde ... Es bekam einen Muskelkater von der Überanstrengung und erhielt nur eine 4 im Klettern und eine 5 im Laufen.
Der Adler war ein Problemkind und wurde streng bestraft ...
Die Präriehunde... ließen ihre Kinder bei einem Dachs ausbilden und vereinigten sich (mit anderen)..., um eine erfolgreiche Privatschule zu gründen.

4. Arbeitsplatz

Es ist sehr sinnvoll und hilfreich einen festen Arbeitsplatz für dein Kind zu haben. Dabei ist es egal ob dieser am Küchentisch oder im eigenen Zimmer ist, solange einige grundlegende Dinge beachtet werden:

  • Die Lichtverhältnisse sollten geeignet sein. Ist es am Arbeitsplatz eher duster, so ermüdet dein Kind schneller. Je besser das Licht ist, desto besser kann sich dein Kind konzentrieren. Tageslicht ist dabei vorzuziehen, weil es optimal für unsere Augen passt. Aber auch Lampen mit Tageslicht sind in Ordnung. Wenn dein Kind Linkshänder ist, achte bitte darauf, dass das Licht von schräg rechts auf die Arbeitsmaterialien fällt, weil es ansonsten Schatten auf das Blatt wirft, wenn dein Kind schreibt.
  • Ungestörtes Arbeiten sollte möglich sein. Wenn Dein Kind also am Küchentisch oder Wohnzimmertisch arbeitet, dann achte darauf, dass Geschwister sich in dieser Zeit leise verhalten, selbst beschäftigt sind oder gerade Mittagsschlaf machen. Auch Du selbst solltest nicht stören und auch nicht kontrollierend daneben sitzen. Sei in Reichweite, wenn Dein Kind Fragen hat, aber halte Dich ansonsten eher bedeckt.
  • Achte darauf, dass alle Arbeitsmaterialien griffbereit sind und mögliche Spielzeuge weggeräumt werden. So kann dein Kind die Zeit optimal nutzen ohne unnötige Ablenkung, wenn es während der Hausaufgaben den Radiergummi, das Lineal oder ähnliches erst suchen muss.

 

„Um die wichtigsten Schaltkreise im Gehirn aufzubauen, brauchen Kinder vor allem eins: eigene Körpererfahrung (…) Nur wer das richtige Gefühl für seinen Körper entwickelt, kann auch seine kognitiven Potenziale entfalten (…)

Gerald Hüther

5. Unkonventionelle Lern- und Konzentrationsunterstützer

  • Musik: Viele Eltern können gar nicht verstehen, wenn ihr Kind bei den Hausaufgaben bzw. beim Lernen Musik hören möchte. Wenn auch Du denkst, dass dies nur ablenkt sind folgende Infos bestimmt interessant für Dich. Die richtige Musik fördert konzentriertes Lernen. Dies hat mehrer Gründe; so fühlt sich dein Kind einfach wohler mit angenehmer Musik, was seine Stimmung hebt und damit motivierend wirkt. Außerdem spricht Musik die rechte Gehirnhälfte, die für ganzheitliches Denken zuständig ist, an, was wiederum die Leistungsfähigkeit des Gehirns erhöhen kann. Musik kann schließlich auch entspannend auf Dein Kind wirken, so werden Anspannung und Angst entschärft und Lernen kann so besser funktionieren.
  • Am Besten geeignet ist klassische Musik bzw. Musik mit ruhigem und gleichmäßigen Rythmus. Da allerdings die wenigsten Kinder klassische Musik toll finden, solltest du die passende Musik unbedingt mit deinem Kind gemeinsam auswählen. Balladen (auch Pop oder Rock) erfüllen die oben genannten Kriterien und sprechen dein Kind vielleicht eher an als Klassik.
  • Hörspiele, die dein Kind schon auswendig kennt, eignen sich ebenso. Dein Kind muss sich nicht mehr auf den Text konzentrieren, das Gewohnte Klangmuster des Hörspiels wirkt einfach positiv und entspannend. Mach 1-2 Wochen Probe und teste mit deinem Kind was davon passt oder ob dein Kind mit Hintergrundmusik gar nichts anfangen kann und lieber absolute Ruhe bevorzugt.

Ich wünsche Dir, dass Dir meine Tipps helfen eure Lernsituation zu verbessern und dein Kind noch mehr Spaß am Lernen findet.

Wenn Dir der Artikel gefällt, freu ich mich, wenn du ihn mit Deinen Freunden teilst und/oder mir einen Kommentar hinterläßt.

Alles Gute und viele Grüße

PS:
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Über den Autor

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Medienpädagogin und selbst Mutter von 3 Kindern. Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie nun auch online als Müttercoach und Erziehungsberaterin tätig. Sie unterstützt Frauen dabei entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.

In Ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen für das Familienleben und Mutter-Sein.

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Wie Dein Kind leichter, erfolgreicher und mit Spaß lernt – 5 unkonventionelle Tipps
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