Heute gewährt uns Silke einen kleinen Einblick in ihren Familienalltag und schreibt zum Thema Freundschaft, genauer gesagt warum diese nur freiwillig funktioniert.

Freundschaft

Neulich hatte mein 5-jähriger Sohn Timo Besuch von einem Freund. Seinem allerbesten Freund. Wenn ich ihn mit anderen Kindern verabreden möchte, meint er: „Brauch ich nicht, ich hab ja Niklas! Ein Freund reicht doch.“

So ganz stimme ich dieser kindlichen Logik nicht zu, aber das wird mein Kind vermutlich allein herausfinden (müssen).

Dann bin ich nicht mehr dein Freund…

Niklas und Timo spielen im Kinderzimmer. Plötzlich kommt Timo weinend angelaufen. „Mama, der Niklas hat gesagt, wenn ich ihm nicht das Spielzeugauto gebe, dann ist er nicht mehr mein Freund!“

„Ach was“, sage ich pädagogisch nicht wertvoll, „das meint er doch nicht so.“

Zehn Minuten später dasselbe Spiel.

Weitere fünf Minuten später nochmal.

Ich bekomme den Eindruck, dass Niklas diese Phrase gern benutzt, um Timo zu dirigieren. Spurt er mal nicht so, wie er soll (Spielzeug abgeben, aufräumen, Apfel … nein, es war eine Schokolade teilen), dann packt er seine beste „Waffe“ aus: Er droht mit dem Entzug der Freundschaft.

Für uns Erwachsene stellt es sich aus Erfahrung eher so dar, dass morgen wieder alles gut sein wird! Doch Timo weiß nichts von Zeit und kindlichem Ausprobieren. Er lebt im Hier und Jetzt (worum ich ihn oft beneide!).

„Die Wärme der Freundschaft überwindet jede Einsamkeit“.

Monika Minder

Zuviel einmischen will ich mich auch nicht. Also tröste ich Timo und gebe ihm den Tipp, dass er jederzeit zu mir kommen kann, wenn wieder etwas ist.

Bei diesem Besuch ging dann alles gut. Einige Tage später beobachte ich im Kindergarten eine Situation, die Timo mit den Worten löst: „Dann bin ich eben nicht mehr Dein Freund!“ Oh, das wollte ich ja nun gar nicht. Aber ich hätte auch nichts dagegen tun können, denn Kinder lernen durch Vorbild und Nachahmung. Niklas hatte mit dieser Taktik Erfolg bei Timo. Warum soll der das dann nicht auch anwenden?

Timo bekommt aber kein positives Feedback auf seine neueste verbale Entdeckung. Die anderen Kinder im Kindergarten machen das nicht mit. Es gibt ja auch genug Auswahl; warum mit jemandem spielen, der droht?

Ich merke, dass Timo völlig durcheinander ist. Abends versucht er das Erlebte in Worte zu fassen. Aber wie kann ich einem 5-jährigen das Wesen von Freundschaft erklären? Und dass Erpressung einer echten Freundschaft gar nicht gut tut?

„Timo, der Niklas ist Dein bester Freund. Das bleibt er auch, selbst wenn Du etwas nicht so machen willst, wie er“, sage ich.

„Aber er hat gesagt, er ist dann nicht mehr mein Freund! Ich will aber sein Freund sein.“, erwidert er traurig.

„Was fällt Dir ein, was Du machen könntest, wenn Niklas das zu Dir sagt?“ frage ich mein kleines Kind.

„Ich gebe ihm das Auto einfach, er soll ja mein Freund bleiben. Aber ich will das eigentlich nicht, denn das ist ja meins!“

Was deins ist, musst du nicht abgeben…du darfst, aber du musst nicht.

„Okay, das stimmt, Timo. Und was Deins ist, musst Du auch nicht einfach abgeben. Er kann Dich bitten, es ihm zu geben. Aber nicht befehlen.“

Das Gespräch wurde an dieser Stelle unterbrochen. Wieder einige Tage später, Niklas hatte Sehnsucht nach Timo, kam eine neue Situation auf. Doch Timo löste das Problem auf seine Weise.

„Wenn Du mir nicht das Auto gibst, dann bin ich nicht mehr Dein Freund!“ haute Niklas vorhersehbar heraus.

„Ich will Dir das Auto nicht geben. Es ist meins!“ trotzte Timo.

„ Ja dann… bin ich nicht mehr Dein Freund!“ fällte Niklas das Urteil.

Und Timo? Er sagte NICHTS. Er schwieg und schaute Niklas an. Dann drehte sich Timo um und spielte allein mit seinem Auto. Niklas schaute echt verdutzt aus der Wäsche. Mit dieser Reaktion hatte er nicht gerechnet. Er ging zu Timo und fragte ihn, ob er mitspielen dürfe. Was natürlich kein Problem war.

Und so hörte es auf, dass Timo ständig Angst haben musste, seinen besten Freund zu verlieren.

Über die Autorin

freundschaft

Silke Schön lebt mit ihrer Familie und einem kleinen Hund im Sauerland. Sie hält sich viel im Social Media Bereich auf, auch für Kunden. Zudem liebt sie es, Gastblogartikel zu schreiben zu allem, was ihr wichtig ist. Ihr neues Herzensbusiness ist die Leidenschaft für frische Naturkosmetik von Ringana, die sie mit absolut reinem Gewissen empfiehlt. Mehr Infos gibt es unter:www.freshee.de.

 

 

Vielen Dank, liebe Silke,  für diesen Einblick in deinen Alltag mit Kind.

Bestimmt kennst auch du ähnliche Situationen…schreib gerne davon in den Kommentaren, ich freu mich!

Liebe Grüße

PS:
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Ich freu mich auf dich!

„Dann bin ich nicht mehr dein Freund“ – Freundschaft unter Kindern
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2 Gedanken zu „„Dann bin ich nicht mehr dein Freund“ – Freundschaft unter Kindern

  • Juni 16, 2017 um 7:57 am
    Permalink

    Oh das kenn ich auch …….. das sagt der beste Kumpel von meinem Sohn ständig …. immer wieder höre ich diese Worte „dann bist du nicht mehr mein Freund“ 🙂 …mein Sohn sieht es inzwischen mit Humor … weil er weiß, dass diese Phase nicht lange anhält 😉

    Antworten
    • Juni 16, 2017 um 9:13 am
      Permalink

      Ja, die Kinder finden meist ihren ganz eigenen Weg damit umzugehen😊

      Antworten

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