Immer wieder begegnen mir Mütter, egal ob im Freundeskreis oder in der Beratungssituation, die sich darüber beschweren, dass ihre Kinder nicht dankbar genug sind.

Du kennst diese Situationen oder Tage bestimmt auch. Du fährst dein Kind überall hin…zu Freunden, zum Sport, holst es von der Schule ab, hilfst bei den Hausaufgaben, kochst das Lieblingsessen und spielst die 3.Runde „Uno“ obwohl du gar keine Lust mehr hast.

Und was passiert?
Statt ein „Danke“ hörst Du nur „Nie gehen wir ins Kino“ oder „Ich will dasselbe Spielzeug wie Jonas“…statt Freude über das was ist, nur neue Forderungen.
 egoistisches Kind

Und du fragst dich manchmal „Was mach ich denn falsch?“

 Genau genommen ist es so, dass es eigentlich gar nicht wirklich um Dankbarkeit geht.
Dein Kind ist dankbar und zeigt dir seine Wertschätzung auf vielfältige Weise, aber eben selten durch das brave „Dankeschön“. Es malt dir vielleicht ein besonders schönes Bild, teilt sein Lieblingsessen mit dir, verrät dir sein Geheimnis oder tröstet dich wenn du krank bist.

Bei diesem Dilemma geht einfach darum, dass viele Mütter (und vermutlich auch Du) dem Kind das bestmögliche Leben bieten wollen. Dabei wird dann schnell mal vergessen, dass man dazu nicht jeden Wunsch des Kindes erfüllen muss und schon gar nicht sofort und auf der Stelle.

Natürlich nimmt jedes Kind diese Serviceleistungen der Mutter gern in Anspruch, warum auch nicht?

Aber ist das wirklich das Beste, das Du für Dein Kind willst?

Oder geht es Dir nicht eher darum, dass Du eine gute Beziehung zu Deinem Kind hast, es Dir vertraut, mit Dir spricht, es sich geliebt fühlt und fähig wird später ein glückliches, eigenständiges Leben zu führen?

Wenn Du DAS möchtest, dann nimm dich selbst wieder etwas wichtiger und sag auch mal „Nein“, stell die überflüssigen Serviceleistungen ein und dräng Deinem Kind Deine Fürsorge nicht auf…das kann nämlich auch ziemlich nervtötend für ein Kind sein 😉

Du musst auch nicht immer einsatzbereit sein, nur damit Dein Kind superbequem von A nach B kommt,  keine halbe Stunde auf den nächsten Bus warten muss oder sich langweilt. Diese Dinge werden sonst selbstverständlich und natürlich gibt es dann erstmal Streit, wenn Du dies nicht mehr so weiterführen möchtest.

 

Trau dich „Nein“ zu sagen ohne schlechtes Gewissen. Damit meine ich natürlich kein „Nein“ aus Zorn oder aus Prinzip oder um ein Exempel zu statuieren.

 

Wohl aber ein „Nein“, dass

ein „Ja“ zu Dir selbst ist,

ein „Ja“ zu einem ausgeglichenen Familienleben und

ein „Ja“ um Dein Kind optimal aufs Leben vorzubereiten.

 

Du bist ein Vorbild, Dein Kind lernt viel mehr von Deinen Handlungen als von Deinen Worten. Zeig Dich selbst dankbar, wenn jemand anderes Dir etwas Gutes tut und Dein Kind wird es Dir nachahmen.

Und mal ehrlich, welches Vorbild möchtest Du sein?

Eine Mutter die sich selbst aufgibt und ihren Alltag von der Bequemlichkeit der anderen Familienmitglieder bestimmen lässt oder eine Mutter, die zu sich selbst steht, in den wichtigen Dingen immer für ihre Kinder da ist, sich aber auch nicht scheut ihre eigenen Bedürfnisse wichtig zu nehmen?

Es ist wirklich schön, dass Du Dich bemühst die perfekte Mama zu sein, die ihr Kind nie abweist, wirklich immer Zeit hat und sich vollkommen aufopfert; aber weißt du was, dein Kind will das nicht.

Es will keine perfekte Mutter (wie soll es denn jemals ein ähnliches Ideal erreichen…das ist ja superfrustrierend)…es will auch nicht den ganzen Tag Deine ungeteilte Aufmerksamkeit (denn das erdrückt irgendwann)…und es will auch nicht vor allem behütet und beschützt werden, denn es muss seine eigenen Lernerfahrungen machen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass du Dir die Zeit nimmst zu überlegen, was Du Dir genau für Dein Kind wünschst, was Du ihm gerne mit auf den Weg geben möchtest und dann hinterfrage mal, ob Du nicht vielleicht zuviel tust und Dich nicht etwas mehr entspannen und zurücknehmen kannst oder solltest.

 

Im besten Fall erfährst dadurch sowohl Du als auch Dein Kind eine spürbare Erleichterung!

Alles Gute und viele Grüße

PS:
Wie immer freu ich mich über Deinen Kommentar mit Deiner persönlichen Erfahrung oder Dein "Like" auf facebook!

 

Über den Autor

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Medienpädagogin und selbst Mutter von 3 Kindern.Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie heute Online-Coach für Mütter und Online-Erziehungsberaterin, um Frauen dabei zu unterstützen entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.

In Ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen für das Familienleben und Mutter-Sein.

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Hilfe, mein Kind ist undankbar und egoistisch…
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2 Kommentare zu „Hilfe, mein Kind ist undankbar und egoistisch…

  • Dezember 9, 2017 um 3:51 pm
    Permalink

    Hallo Steffi, ich habe 2 Söhne, einer 13 der andere 10 Jahre. Der Große ist immer gut in der Schule, hat viele Freunde und ist, bis auf das Problem mit dem vielen Zocken, ein für alle Mitmenschen sehr umgänglicher Typ.
    Mein Jüngerer kommt dagegen mit seiner Umwelt nicht so zurecht. Die Schule läuft jetzt ganz gut, wobei auch schon ein Schulwechsel in der 3. Klase aufgrund von Problemen mit Lehrer und Erzieherin stattfand. Ich sehe, dass er ein sehr egoistisches Kind ist, was immer Probleme mit seinen Freunden hat. Freundschaften sind eher rar und sind nicht von Dauer.
    Er möchte immer Neues in materieller Hinsicht, was wir auch erfüllen weil er einfach so unglaublich hartnäckig an einer Sache, die er erreichen will dran ist. Das Erreichte macht dann für 3 Tage glücklich und dann ist das nächste Wunschziel dran.
    Seit Geburt war es immer schwierig mit ihm. Meine Bindung als Mutter ist unheimlich intensiv und er macht mich damit eigentlich fertig. Es dreht sich alles immer nur um ihn.
    Ich weiß nicht so recht, was ich machen soll. Ich merke, dass er mit meiner Erziehung eher zu einem egozentrischen Mensch wird, der seine Fehler nie eingesteht und es auch mit anderen Menschen immer schwer hat.
    Ich möchte mein Verhalten ändern.
    Was kann ich tun?
    Vielen Dank!
    Nora

    • Januar 6, 2018 um 7:29 pm
      Permalink

      Hallo Nora,
      sicher dir sehr gerne hier deinen Wunschtermin zum Klarheitgespräch, dann können wir gemeinsam unverbindlich und kostenfrei deine aktuelle Situation genauer besprechen und schauen welche Ansatzpunkte für dich und deine Familie sinnvoll wären.
      https://einfach-entspannt-erziehen.de/los
      Liebe Grüße
      Steffi

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