Traust Du Dich „nein“ zu sagen oder bist Du eine sogenannte Ja-Sagerin?

Hast Du das Gefühl immer alles für andere zu tun, aber nie tut jemand was für Dich?

Fühlst Du Dich ausgelaugt und überfordert?

Sagst Du oft „ja“, obwohl du „nein“ meinst und ärgerst Dich im Nachhinein?

Dann möchte ich Dir heute helfen zu verstehen woher das kommt und warum Du öfter „nein“ sagen solltest und wie du am Besten damit anfängst.

Ich selbst hab auch lange zu den Ja-Sagern gehört.

„Kannst du mal schnell dieses Foto für mich bearbeiten und ausdrucken?“ oder „Am Samstag gehen wir auf eine Party, du kannst doch bestimmt auf unsere Kleine aufpassen, oder?“.

Und anstatt zu sagen „Nein, am Samstag passt es mir leider nicht“ oder „Nein, tut mir leid, heute schaff ich das nicht mehr.“ habe ich gesagt „Naja eigentlich…aber egal…krieg ich schon hin.“

Und danach? Danach war ich genervt, frustriert und ein bisschen wütend, weil ich es wieder nicht geschafft habe deutlich „nein“ zu sagen.

 

Die Gründe dafür sind vielfältig, aber meistens steckt einer der folgenden dahinter.

1. Erziehung:

Als Kind sollten wir brav sein und so wenig wie möglich „nein“ sagen oder uns in den Vordergrund stellen.

Bei einigen gab es in der Kindheit auch noch negative Konsequenzen für ein „Nein, ich möchte das nicht“, vielleicht Liebesentzug oder Geschimpfe.

Also wurde langsam ein Muster verinnerlicht, das auch im Erwachsenenalter noch präsent ist und es schwer macht einen Wunsch abzuschlagen.

Könnte ja sein, dass es dann wieder negative Konsequenzen gibt…man wird nicht mehr gemocht, ausgegrenzt usw.

2. Das schlechte Gewissen:

Das kennen wir alle, besonders als Frau und Mutter. Viele Frauen haben ein ausgeprägtes Bedürfnis helfen zu wollen und genau das macht es schwer „Nein“ zu sagen und die eigenen Grenzen deutlich aufzuzeigen.

Denn man kann doch nicht einfach „nein“ sagen, wenn der andere darum bittet…schon wieder…jede Woche…

In die Quere kommt uns dabei unser Selbstbild. Denn wir sehen uns vielleicht als hilfsbereit, freundlich und großzügig bzw. möchten so sein, und ein „Nein“ würde ja dann unserem Selbstbild widersprechen.

„Wenn du „ja“ sagst, dann sei dir sicher, dass du nicht „nein“ zu dir selbst sagst.“

Paulo Coelho

3. Angst:

Viele Frauen haben auch Angst davor, nicht gemocht zu werden. Diese Angst hängt natürlich auch wie oben bereits erwähnt mit der Erziehung zusammen.

Doch man wird nicht mehr oder stärker gemocht, nur weil man immer allen zu Diensten ist und nie „nein“ sagt…ganz und gar nicht…allerdings ist man natürlich praktisch und bequem für die anderen.

Du wirst aber feststellen, dass wirkliche Freundschaften nicht darunter leiden, wenn Du klar wirst und für Dich Deine Grenzen setzt.

Ein weiterer Grund ist auch noch die Angst davor, egoistisch zu wirken. Egoismus ist in unserer Gesellschaft sehr negativ besetzt, deshalb versuchen die meisten auf keinen Fall den Eindruck zu erwecken egoistisch zu sein.

Allerdings brauchst Du unbedingt eine gesunde Portion Egoismus, wenn Du selbstbestimmt und ausgeglichen leben möchtest. (Dazu findest du hier einen ausführlichen Artikel mit dem Titel „Warum du unbedingt egoistisch sein solltest…“)

Erkennst Du dich darin wieder?

Dann möchte ich dir noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie Du nach und nach lernst einfach „nein“ zu sagen.

Du sollst jetzt nicht durch die Welt laufen und aus Prinzip zu allem und jedem „nein“ sagen.

Aber setz Dich bitte mal in Ruhe hin, nimm dir Zeit und geh in Gedanken die Situationen durch, in denen es Dir immer besonders schwer fällt „nein“ zu sagen. Vermutlich sind es immer ähnliche.

"Nein"

 

„Die Fähigkeit, das Wort „nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.“

Nicolas Chamfort

Spür mal hinein wie es Dir in diesen Situationen geht, was fühlst und denkst du? Zieht sich vielleicht Dein Magen zusammen, wenn die bestimmte Frage kommt oder überschlägt sich dein Gehirn auf der Suche nach einer geeigneten Ausrede?

  • Nimm diese körperlichen Reaktionen in Zukunft als Warnsignal das sagt „Vorsicht, hier passiert etwas, was Du nicht willst, was Deinen Bedürnissen widerspricht, sag „nein“.

  • Übe Dein „nein“ in solchen Situationen alleine oder mit einer Person, der du vertraust.

  • Ganz wichtig: Ein freundliches, höfliches und selbstbewusstes „nein“ (und bitte kein genervtes, aggressives) reicht vollkommen aus. Du musst und sollst dich nicht rechtfertigen oder Entschuldigungsgründe erfinden oder anführen. Das schwächt dein „nein“ nur, Dein Gegenüber bohrt vielleicht nach und für Dich wird es schwieriger am „nein“ festzuhalten.

  • Streich das Wort „eigentlich“, wenn du „nein“ sagen willst, denn es signalisiert, dass du bereit bist es trotzdem zu tun.

  • Verschaff Dir Zeit, wenn du merkst, du weißt noch nicht genau, ob Du das willst oder wenn Du nicht sofort „nein“ sagen kannst. Sag zu Deinem Gegenüber  „Ich muss erst noch überlegen (oder darüber nachdenken, oder erst sehen was ich sonst noch auf dem Plan habe), ich meld mich später bei Dir.“. In der Zwischenzeit kannst Du Dir darüber im Klaren werden, ob Du der Bitte nachkommen möchtest oder nicht bzw. kannst du die gewonnene Zeit auch nutzen, um Dein charmantes „nein“ zu üben.

Sei gefasst darauf, dass die Reaktionen deiner Mitmenschen erst einmal verhalten und vielleicht auch verständnislos sein werden. Du hast sie überrascht, bist plötzlich nicht mehr so gut einzuschätzen und etwas unbequem.

Lass Dich davon nicht irritieren und bleib Dir treu. Du wirst merken, wie befreiend es nach und nach für Dich wird. Und nach einiger Zeit hat sich Dein Umfeld daran gewöhnt.

„Nein sagen zu können, ist Gewinn an Kraft und Zeit.“

Else Pannek

Deine Freundschaften werden sicher nicht darunter leiden, sondern sich nur etwas verändern.

Du verletzt niemanden mit Deinem „nein“, sondern Du setzt Prioritäten und nimmst Deine eigenen Bedürfnisse wichtig. Für Dich wird es auch immer einfacher zu erkennen was Du willst und was nicht, um dann auch klar „nein“ sagen zu können.

ja sager

Sei gespannt darauf, wie dieses kleine Wort in der richtigen Situation deinen ganzen Alltag erleichtern wird.

 

Alles Gute und viele Grüße

PS:
Wie immer freu ich mich über Deinen Kommentar mit Deiner persönlichen Erfahrung oder Dein "Like" auf facebook!

 

Bildquellen: pixabay.com

Über den Autor

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Medienpädagogin und selbst Mutter von 3 Kindern.Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie heute Online-Coach für Mütter und Online-Erziehungsberaterin, um Frauen dabei zu unterstützen entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.

In Ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen für das Familienleben und Mutter-Sein.

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Trau Dich „nein“ zu sagen und komm raus aus der Überforderung
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