Nicht gerade selten höre ich von den Müttern in meiner Facebook-Gruppe bzw. von meinen Klientinnen so Sätze wie:

  • „Ich will, dass mein Kind besser auf mich hört“
  • „Mein Sohn/meine Tochter folgt einfach nicht, egal was ich sage oder mache.“
  • „Mein Kind tut einfach nicht was ihm gesagt wird.“

Vielleicht kennst du das ja auch, sagst so etwas auch ab und an mal?

Wenn ja, dann bist du hier richtig, denn ich möchte im heutigen und im nächsten Blogartikel auf die 5 möglichen Gründe eingehen, warum dein Kind nicht auf dich hört. Los geht´s…

kind hört nicht

Grund 1: Du bist nicht sichtbar

Natürlich bist du körperlich anwesend, wenn du zu deinem Kind sprichst – doch vielleicht nicht als echte Person in Bezug auf das, was du sagst. Du sagst vielleicht Sachen zu deinem Kind wie „Hör auf herumzuschreien, das tut man nicht“ oder „Nimm die Hände vom Tisch, das macht man nicht“ usw.

Indem du diese Ausdrücke und Aufforderungen mit „man macht/man macht nicht“ nutzt, bist du nicht mehr wirklich als eigenständige Person sichtbar bzw. greifbar, sondern deine Sätze sind eher unpersönlich – es sind einfach Phrasen. Und in den meisten Fällen behaupte ich jetzt einfach einmal weißt du selbst gar nicht genau, warum man das denn eigentlich nicht macht.

Vermutlich hast du es selbst bereits als Kind gehört und gibst es nun einfach ungefiltert und unhinterfragt an dein Kind weiter. Doch dein Kind merkt das natürlich – es bemerkt, dass du gar nicht hundertprozentig hinter deiner Aufforderung stehst.

Deshalb frag dich, bevor du dein Kind zu etwas aufforderst:

  • Willst das wirklich du?
  • Bist das wirklich du?
  • Oder bist du nicht echt/sichtbar, weil du nebenbei in Dauerschleife redest – wie eine Art Hintergrund-Berieselung?

Das könnte sich dann so anhören: „Max, mach das. Zieh dich an. Hör auf damit. Leg das weg. Jetzt komm her, wir wollen los. Hast du denn nicht gehört?!“ Eventuell sprichst du auch noch aus einem anderen Zimmer, während du gerade auf eine andere Sache konzentriert bist.
Was dann passiert ist, dass dein Kind (verständlicherweise) auf Durchzug schaltet und deine Aufforderungen und Anweisungen einfach nicht mehr hört. Es filtert nur noch das heraus, was wirklich wichtig ist. Und ein unemotionales, entferntes Auffordern ohne wirklich Kontakt zum Kind aufzunehmen, ist eben nicht wichtig.

Falls du dich also hier wiedererkennst, dann versuch doch bewusst in nächster Zeit einen wirklichen Kontakt zu deinem Kind aufzunehmen wenn du möchtest, dass etwas getan wird. Schau deinen Sohn bzw. deine Tochter an, sprich ihn/sie mit Namen an, geh auf Augenhöhe (und bei jüngeren Kindern berühre dein Kind). Das erspart euch unnötige Konflikte und es wird leichter – für dich, um konkret und klar zu sagen was du willst und für dein Kind, um zu verstehen, dass dir das jetzt wirklich wichtig ist und du mit ihm aus dir heraus sprichst.

 

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Grund 2: Wortwahl und Formulierung

Viele Mamas wollen natürlich freundlich mit ihrem Kind umgehen und jeder kennt das Sprichwort „Der Ton macht die Musik“. Das ist auch wirklich eine schöne Einstellung, führt nur immer wieder zu Mißverständnissen bei der Umsetzung. Ein häufiges Problem dabei entsteht, wenn angefangen wird Aufforderungen oder wichtige Familienregeln in eine flötenden, nichtssagende und oft verwirrende Wörteraneinanderreihung zu verpacken, um nett und lieb und freundlich zu erscheinen.

Das Schwierige dabei, wenn du eine Aufforderung, die dir wichtig, mit ganz viel “bitte”, “eventuell”, “möchtest du nicht”, “hättest du nicht vielleicht Lust“ formulierst dann passiert bei deinem Kind Folgendes:
Dein Kind hört nicht mehr heraus, was du jetzt eigentlich genau willst bzw. ob du jetzt überhaupt willst, dass es das tut, was du so schön blumig formuliert hast. Es klingt ja schließlich eher wie eine Frage, was dein Kind durchaus dazu berechtigt „nein“ zu sagen.

Außerdem verwirrt es dein Kind. Es sieht nämlich auch hier wieder nicht wirklich dich als Person, sondern nur die freundliche Rolle die du spielst und es wird nicht klar, was du jetzt eigentlich willst und ob du jetzt konkret überhaupt etwas willst.

Und aus diesem selbstgemachten Mißverständnis entstehen dann oft Konflikte. Denn du kennst ja deine Erwartung, dir ist ja klar, dass du das willst trotz der unklaren Aufforderung. Dein Kind allerdings nicht (es kann ja nicht in deinen Kopf sehen und Gedanken lesen) und so macht es eventuell Gebrauch von der Möglichkeit „nein“ zu sagen oder aber gar nichts zu tun und einfach weiterzuspielen.
Das wiederum gefällt aber in den meisten Fällen dir wieder nicht, du fühlst dich vielleicht nicht gehört, nicht wahrgenommen, nicht respektiert, obwohl du doch so nett und freundlich warst. Und dein Kind versteht nicht, warum du so verärgert wirst.
Und so wird aus einer gut gemeinten, blumig und überfreundlich formulierten Aufforderung ein Mißverständnis, das letztendlich zum Konflikt und im ungünstigsten Fall zum Machtkampf führt.

Jetzt gibt es natürlich noch das andere Extrem. Manche Mütter (vielleicht auch du) denken, sie müssten ihrer Aufforderung durch einen ganz strengen Ton und manchmal auch energischer Lautstärke noch mehr Gewicht geben.

Kind hört nicht


Dabei entsteht in der Regel auf beiden Seiten ein unangenehmes Gefühl. Dein Kind wird über kurz oder lang in den Widerstand gehen (indem es sich dir noch mehr entgegenstellt oder sich zurückzieht) und du bekommst das Gefühl die ewige Meckertante zu sein. Es entstehen viel zu viele unnötige Konflikte dadurch.

Deshalb mein Tipp was Formulierung und Tonfall betrifft, den du vermutlich schon zu genüge kennst bzw. schon oft genug gehört hast – trotzdem wiederhole ich es nochmal, da es einen riesigen Unterschied macht, ob du theoretisch weißt, wie es geht oder ob du es tatsächlich auch umsetzt.


Mein Tipp also: Nutze im Umgang mit deinem Kind Ich-Botschaften

Damit kannst du absolut freundlich, wertschätzend und klar ausdrücken was du willst und warum du das willst. Genau das ist wichtig, damit auch dein Kind erkennen kann, dass es hier um eine Regel, um eine Handlung geht, die Bedeutung für dich hat.
Soweit wie möglich solltest du dabei auch positiv formulieren, um dieses “tu das nicht, tu dies nicht” etwas zu reduzieren. Positive Formulierung wiez.B. “Ich will, dass du am Sofa sitzt, denn es ist eine Couch und kein Trampolin” oder “Ich will, dass ihr nacheinander alleine am Trampolin hüpft, weil es mir anders zu gefährlich ist.” können von deinem Kind viel leichter angenommen und umgesetzt werden.

Vergleiche dazu die Formulierung „Hör auf auf der Couch herumzuspringen, das ist doch kein Trampolin!” oder “Jetzt ist Schluß, ihr springt nicht mehr gleichzeitig auf dem Trampolin.”.

Spürst du die unterschiedliche Energie?

Bei der positiven Ich-Formulierung ist klar, dass die Aufforderung von dir ausgeht und es macht dein Kind vor allem nicht falsch; bei der zweiten negativen Formulierung, die im Alltag sehr schnell ausgesprochen wird, wirkt alles eher anklagend, was bei deinem Kind viel eher Widerstand auslöst.

So, das waren jetzt die ersten beiden möglichen Gründe dafür, warum dein Kind nicht auf dich hört. Nächste Woche geht es weiter mit Grund 3-5 und Tipps, was du tun kannst, um dies zu verändern.

 

 

Liebe Grüße

PS:
Hättest du gerne mehr Tipps von mir, wie du entspannt und gelassen erziehen, dein Mama-Sein richtig genießen UND die Bedürfnisse deines Kindes erkennen kannst?

Dann lade ich dich sehr gerne zum kostenlosen Coaching in meine facebook-Gruppe „Entspannte Erziehung – Entspanntes Mama-Sein“ ein.

Hier unterstütze ich Mamas dabei ihr Familienleben mit Leichtigkeit und Freude zu gestalten, eine positive Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen, gelassener zu werden und sich selbst persönlich weiterzuentwickeln.

Ich freu mich auf dich! 

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Warum dein Kind nicht auf dich hört – Teil 1
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