Wer Kinder und ein Familienleben hat, der trifft auch immer wieder auf Konflikte. Das ist vollkommen normal, schließlich prallen tagtäglich unterschiedliche Bedürfnisse, Meinungen und Persönlichkeiten aufeinander.

Manchmal spitzen sich Konflikte aber aus unterschiedlichen, nichtigen Gründen (Mama gestresst, Kind genervt, vorher schon ein Konflikt mit jemand anderem) ziemlich zu und es besteht die Gefahr, dass nur noch geschrien wird ohne wirklich miteinander zu sprechen. Diese Streitigkeiten führen meist zu keinem Ziel und am Ende versteht keine der Parteien, was jetzt eigentlich passiert ist oder warum es in die falsche Richtung ging.

Für solche Situationen möchte ich dir heute meine 3 Lieblingswege zeigen, um die Schärfe aus diesen Konflikten zu nehmen. Ich werde dir in diesem Artikel keine Konfliktlösungen zeigen, sondern nur Wege dem Konflikt die Schärfe zu nehmen.

Wie so oft spreche ich damit dich als Mama an, weil du es durch deine Erfahrung mit ein bisschen Übung bestimmt schaffst bei einem beginnenden Konflikt kurz innezuhalten. Kindern und Jugendlichen, die von ihren Gefühlen oft völlig überrumpelt werden, gelingt dies noch nicht so gut.

Aber genug geredet, hier meine persönlichen Wege…

Konflikte

1. Ich hab dich lieb

Klingt vielleicht komisch, wirkt aber zumindest bei uns sehr gut.

Schliesse kurz deine Augen, denke an die schönen Momente mit deinem Kind, stell dir dein Kind nochmal als dieses Mini-Baby oder stolzes Kindergartenkind vor. Dann atme tief durch und antworte bzw. sage ihm „Ich hab dich lieb“.

Wichtig dabei ist natürlich, dass du es auch so fühlst, sonst ist es ja nur eine leere Floskel und dein Kind wird den Unterschied merken.

Vielleicht ist dein Kind im ersten Moment irritiert, vielleicht schmunzelt es kurz, um sich dann wieder zu bemühen ganz ernst und wütend zu sein…

So oder so ist die Konfliktsituation kurz unterbrochen und ihr seid beide weniger negativ eingestellt. Je nachdem worüber der Streit ging, kannst du nochmal in Ruhe von vorne beginnen mit deinem Anliegen oder ihr vereinbart 15 Minuten Pause, um eure Gedanken zu sortieren und dann nochmal darüber zu sprechen.

2. Auszeit

Gelegentlich treffen dich einige Konflikte, v.a. mit älteren Kindern, unvorbereitet und manche Worte empfindest du vielleicht als verletzend.

Wenn du jetzt sofort dagegen vorgehst und ebenfalls mit Worten verletzt, seid ihr im schönsten Machtkampf. Das würde ich nicht unbedingt empfehlen.

Mir hilft es bei solchen Situationen tief Luft zu holen und unmissverständlich zu sagen, dass ich gerade sehr wütend bin und kurz davor Dinge zu sagen, die mir hinterher leid tun. Meine Stimme ist dabei auch nicht immer ruhig, aber das ist ok, schließlich dürfen und sollen wir Mamas auch negative Gefühle zeigen. Sie sind Teil unserer Gefühlspalette und Teil jeden Lebens.

Ich erkläre dann, dass ich jetzt eine Pause brauche und ich mich gerne später nochmal über dieses Thema unterhalte, aber ohne verbale Angriffe o.ä.

Je nach Tag oder Wetter, gehe ich dann in den Garten, eine Runde spazieren oder meditiere, um mich selbst wieder zu entspannen und die Gefühle zu ordnen. Was dir helfen wird, weißt nur du alleine.

Einige Zeit später läuft ein Gespräch dann in der Regel viel ruhiger ab, weil beide Parteien sich mehr Gedanken zum Thema und ihren Argumenten gemacht haben.

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3. Richtig zuhören

In der Alltagshektik überhören wir manchmal, was unser Kind uns wirklich sagen will. Wir reagieren dann nur auf den falschen Ton, den scheinbar unpassenden Gesichtsausdruck oder die vordergründige Wortwahl.

Was aber wirklich hinter den Worten steckt, was unser Kind uns sagen will, dass bemerken wir gar nicht.

Ganz einfaches Beispiel: Dein Kind (5) kommt zu dir, zupft an deinem Pullover, hängt sich an dein Bein und du nimmst seine Hand weg und kommentierst es vielleicht noch mit den Worten „Jetzt hör auf damit, ich muss jetzt kochen, waschen, bügeln etc.“ Antwort deines Kindes „blöde Mama etc.“ .

Jetzt beginnst du vielleicht ein Konfliktgespräch über die „blöde Mama“ und forderst vehement ein anderes Verhalten bzw. eine andere Wortwahl ein. Dabei übersiehst du in dem Moment, dass es um etwas ganz anderes geht, nämlich, dass dein Kind dir etwas Bestimmtes mitteilen oder deine Aufmerksamkeit haben wollte. Und zwar mit genau diesem Verhalten.

Blickst du also hinter das Verhalten, das eigentlich den Konflikt auslösen würde, entdeckst du oft, dass die Situation ganz einfach gelöst werden kann.

Frag einfach nach. „Hab ich das richtig verstanden, dass du …?“ Danach kannst du eine Antwort geben, warum es vielleicht gerade nicht möglich ist, jetzt sofort darauf einzugehen.

Dieses Nachfragen, genau hinsehen und hinhören, lässt Komflikte gar nicht erst eskalieren. Es muss natürlich ein bisschen geübt werden und oft fällt es einem auch erst auf, nachdem man (um beim obigen Beispiel zu bleiben) das Kind schon gestresst weggeschickt hat; es spricht aber nichts dagegen, dann nochmal umzukehren und nachzufragen.

Egal ob bei kleinen Kindern oder Jugendlichen, eine persönliche Sprache und nachfragen, ob man die Botschaft richtig verstanden hat, lässt sich immer anwenden. Gerade zwischen Jugendlichen und Eltern herrscht oft ein Kommunikationsproblem, dass man damit verkleinern kann.

Natürlich geht es nicht darum sämtliche Konflikte zu vermeiden oder zu unterdrücken. Wie eingangs schon erwähnt sind Konflikte normal und auch wichtig, solange sie nicht verletzen oder Dauerzustand sind.

Ich hoffe meine 3 Wege helfen auch dir dabei ab und an Konflikte zu entschärfen und so konstruktiv und ohne einen „Verlierer“ eine Lösung zu finden.

Hast du vielleicht auch noch eigene Wege, um eure Konflikte zu entschärfen? Wenn ja schreib sie doch in den Kommentaren, damit alle davon profitieren können.

 

Liebe Grüße

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Über den Autor

 

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Medienpädagogin und selbst Mama von 3 Kindern. Auf ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen rund um ein entspanntes Familienleben, Erziehungstipps, Kreatives, Shoppingtipps und Episoden aus dem Alltag mit 3 Kindern.

Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie nun auch online als Mamacoach und Erziehungsberaterin tätig. Sie unterstützt Frauen dabei entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.
Mehr dazu unter www.emmali-coaching.de

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Emmalis Montagslieblinge – Wege, um Konflikte zu entschärfen
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6 Gedanken zu „Emmalis Montagslieblinge – Wege, um Konflikte zu entschärfen

  • April 3, 2017 um 9:11 am
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    Schön zusammen gefasst! Vielen DANK. Gerade das aktive Zuhören finde ich sehr wichtig.
    Und das Atmen! Atmen ist so wichtig 😉

    LG
    Petra

    • April 3, 2017 um 10:36 am
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      Hallo Petra,
      ich stimme dir zu, atmen ist sehr wichtig, nur leider vergessen die meisten dies bewusst zu tun. Dabei hat es soviel unmittelbare positive Auswirkungen auf den Körper und unseren Gefühlszustand.
      Liebe Grüße,
      Steffi

  • April 6, 2017 um 7:41 pm
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    Schön geschrieben… vor allem der 1.Punkt gefällt mir sehr gut, ein einfaches „hab dich lieb“ kann schon so viel bewirken 💜

    • April 7, 2017 um 1:48 pm
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      Vielen Dank, Kathi.

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