Egal in welcher Lebenslage, Schimpfwörter begegnen uns überall im Alltag.

Im Straßenverkehr, beim Einkaufen oder Telefonieren…die Packung Eier fällt zu Boden und schon rutscht jemandem ein „Scheiße“ über die Lippen, ein anderer nimmt dir den letzten Parkplatz und du murmelst „blöder Idiot“ vor dich hin.

Und irgendwann in deinem Mama-Leben kommt der Zeitpunkt, an dem dein unschuldiges, herziges Kind zum ersten Mal lautstark und wütend „Kacke“, „Arschgesicht“ oder „Pupskopf“ von sich gibt.

Vielleicht bist du amüsiert, verkneifst dir ein Grinsen, bist überrascht oder gar schockiert.

In der Regel wissen viele Mütter anfangs nicht, wie sie jetzt am Besten darauf reagieren sollen und hoffen, dass es eine einmalige Sache bleibt.

Emmali Blog

Einmal und nie wieder

Das bleibt aber meist nur Wunschdenken.

Schimpfwörter sind toll, dein Kind kann seinen Frust ablassen (so wie die Erwachsenen auch); und selbst wenn du (fast) nie welche benutzt, irgendwo auf der Straße, in der Kita oder bei Freunden schnappt auch dein Kind irgendwann ein Schimpfwort auf.

Und irgendwie ist es ja verständlich, dass dieses gleich ausprobiert wird zuhause, denn die Reaktionen der Erwachsenen machen ja auch  Spaß.

Ein Schimpfwort und „bähm“, schon hat dein Kind die volle Aufmerksamkeit.

Wie gehst du jetzt am besten damit um?

Wie immer gibt es keine Patentlösung für alle, aber ich führe hier mal die gängigsten Reaktionen und meine Erfahrung damit auf:

1.Schimpfen und die Schimpfwörter einfach verbieten

Manche Eltern reagieren jetzt mit streng pädagogischem Erwachsenengesicht, schimpfen das Kind für sein Verhalten aus und verbieten das Verwenden des Schimpfwortes sofort.

Kann man schon so machen, nur erfahrungsgemäß hat es eher selten den gewünschten Erfolg.

Das liegt daran, dass es zum Einen noch viele viele andere Schimpfwörter gibt, die das Kind ja jetzt durchprobieren kann; zum Anderen ist die Reaktion der Eltern und deren Aufmerksamkeit wichtiger und interessanter als das vielleicht bereits bekannte Geschimpfe der Eltern.

2. Ignorieren

Du könntest jetzt auch auf die gar nicht mal so verkehrte Idee kommen und das Ganze einfach ignorieren. Macht das Sinn? Jein.

Nein, es macht keinen Sinn, wenn du dein Kind ignorierst.

Nutzt dein Kind das Schimpfwort, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen, entziehst du ihm diese damit und dann sucht es sich eben evtl. noch anstrengendere Dinge, um deine Aufmerksamkeit doch zu bekommen.

Nutzt es das Schimpfwort dagegen, um seinen Frust loszulassen, (was ja durchaus eine funktionierende Strategie sein kann) gibst du ihm das Gefühl es nicht richtig zu machen.

Ja, es macht Sinn, wenn du die Schimpfwörter ignorierst, aber nicht dein Kind.

Überhöre die Schimpfwörter einfach und mach ganz normal weiter. Allerdings kann das nicht jede Mama und es hat auch nicht in jeder Familie den gewünschten Effekt.

Doch es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

mein kind nutzt schimpfwörter

3. Gespräch führen

Dich mit deinem Kind hinzusetzen und über die Schimpfwörter und deren Verwendung zu sprechen, ist eine weitere Möglichkeit.

Wenn du dir dafür Zeit nimmst und wirklich MIT deinem Kind sprichst und keine (gut gemeinte) „Moralpredigt“ hältst, kann dies durchaus helfen.

Frag dein Kind woher es dieses Wort bzw. diese Wörter kennt und ob es überhaupt weiß, was sie bedeuten. Dies ist meist nämlich nicht der Fall.

Erkläre ihm kurz (wirklich kurz), dass manche Menschen verärgert auf das Hören von Schimpfwörtern reagieren, weil sie unfreundlich sind und verletzen können.

Je nach Alter deines Kindes könnt ihr euch Alternativ-Worte ausdenken, gemeinsam aufschreiben und verwenden, wenn ihr wütend seid.

Statt „Scheiße“ z.B. „Mist“, statt „Arschgesicht“ vielleicht „Apfelgericht“. Da könnt ihr wild rumfantasieren.

4. Vorbild sein und Familienlösung finden

Wie oben schon erwähnt gibt es keine Allgemeinlösung. Es ist aber wichtig einmal ehrlich auf sich selbst zu sehen; oft nutzt man unbewusst nämlich auch Schimpfworte.

Wenn du also von deinem Kind erwartest keine zu benutzen, dann leb das auch vor.

Wenn es für dich allerdings kein Problem ist, wenn ihr bei einem Mißgeschick „Scheiße“ sagt, dann ist das auch vollkommen ok.

In meiner Familie zum Beispiel sind Worte wie „Scheiße“, „blöd“ etc. nicht so negativ besetzt, sondern drücken einfach den momentanen Mißmut aus. Und trotzdem oder vielleicht auch deswegen, werden diese kaum benutzt.

Ich will damit nur deutlich machen, dass es wichtig ist, dass du eine Lösung findest, die für deine Familie passt, eine mit der ihr alle umgehen könnt und einverstanden seid.

Wünschst du dir mehr Unterstützung? Dann komm in meine kostenlose Facebook-Gruppe "Entspannte Erziehung - Entspanntes Mama-Sein" - Ich freu mich auf dich!

5. Wenn die Schimpfwörter extremer werden

Manchmal kommt es auch vor, dass sogar Kindergartenkinder wirklich derbe Schimpfwörter wie „F.. dich“ mit nach Hause bringen.

Gerade bei diesen würde ich dir eine Kombination aus obigen Reaktionen empfehlen.

Erst darüber sprechen, auch mit dem Hinweis, dass diese sehr unfreundlich und beleidigend sind und du nicht willst, dass diese benutzt werden. Dann der Vorschlag von Alternativen in Kombination mit dem Ignorieren der Worte (denn erfahrungsgemäß hören Kinder damit nicht über Nacht auf).

Fängt dein Kind an auch dich zu beschimpfen mit „blöde Mama“ o.ä., dann kann ich dir nur empfehlen, das nicht gleich so persönlich zu nehmen.

Wenn dein Kind so etwas sagt, dann hat es sich in der Regel gerade über dich geärgert und will dies kundtun.

Sag ihm ruhig, dass du es nicht magst so genannt zu werden und frag nach, ob dein Kind dir erklären kann, worüber es sich so geärgert hat. Wenn du das immer wieder machst wird dein Kind im besten Fall künftig gleich sagen was es ärgert, ohne dich zu beschimpfen.

Wenn meine Tochter zu mir sagt, dass ich eine total blöde Mama bin (meist wenn ich mit irgendetwas nicht einverstanden bin oder sie etwas nicht bekommt), antworte ich „Ja, manchmal sind Mamas eben blöd“. Sie geht dann, ärgert sich noch ein bisschen, ich ärgere mich über diesen Satz überhaupt nicht und ein paar Minuten später ist alles wieder gut.

schimpfwörter

Fazit:

Schimpfwörter zu nutzen ist eine ganz normale Phase im Leben deines Kindes wie soviele andere Phasen auch. Wichtig ist als Familie herauszufinden, wie ihr damit umgehen wollt und das dann auch umzusetzen.

Gar keine Schimpfwörter, nur im eigenen Zimmer, nur bestimmte Wörter?

Und dann sollte dies aber für alle Familienmitglieder, auch oder besonders für die Eltern, gelten.

Ich bin mir sicher du wirst einen Weg finden damit umzugehen und ich hoffe dass dir meine Tipps dabei ein bisschen helfen.

Schreib mir doch gerne in den Kommentaren welche Erfahrungen du damit gemacht hast und wie du auf Schimpfwörter reagierst. Ich freu mich!

 

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Liebe Grüße

PS:
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Über den Autor

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Lernkinesiologin und selbst Mama von 3 Kindern. Auf ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen rund um ein entspanntes Familienleben, Erziehungstipps und ausgewählte Empfehlungen.

Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie nun auch online als Mamacoach und Erziehungsberaterin tätig. Sie unterstützt Frauen dabei entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Mehr über sie erfährst du hier - Klick.

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Wie du die Schimpfwörter deines Kindes in den Griff bekommst
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19 Kommentare zu „Wie du die Schimpfwörter deines Kindes in den Griff bekommst

  • Januar 11, 2017 um 7:34 pm
    Permalink

    Toller Bericht 👍 meine Kleine bringt vom Kindergarten gott sei dank noch nicht so viel schlimme Schimpfwörter mit, was aber bestimmt noch spätestens während der Schulzeit kommen wird … Da werde ich dann sicherlich auf deine tollen Tipps zurück greifen 🙂

    Antworten
    • Januar 11, 2017 um 7:42 pm
      Permalink

      Vielleicht wird’s ja nicht allzu schlimm…gelassen bleiben ist auf jeden Fall nicht verkehrt.
      Liebe Grüße
      Steffi

      Antworten
  • Januar 15, 2017 um 7:46 pm
    Permalink

    Ja das kenne ich nur zu gut. Bei uns fängt das so langsam in der Schule an. Und was leider sehr unpassend ist ,er erzählt es dann direkt seinem kleinen Bruder. Bis jetzt aber sind es noch „leichte Schimpfwörter „.
    Hoffen wir mal das es so bleibt. Danke für deine vielen Tipps

    Antworten
    • Januar 15, 2017 um 7:55 pm
      Permalink

      Hallo Naddi,
      ja die kleineren Geschwister bekommen alles früher mit. Ich drück die Daumen, dass es bei den leichten Schimpfwörtern bleibt und freu mich, wenn dir die Tipps gefallen.
      Liebe Grüße
      Steffi

      Antworten
  • Januar 15, 2017 um 8:07 pm
    Permalink

    Ja, manchmal müssen Schimpfwörter eben einfach raus … ganz klar. Schimpfen und verbieten hatte bei uns noch nie den gewünschten Erfolg. Und irgnorieren fällt mir schwer, weil ich ja doch mein Feedback geben möchte. Um nicht in zu viel Erziehungsblabla zu verfallen (da werden Kinder gaaaanz schnell taub dafür), hab ich mir diese „Recycling-Methode“ für Schimpfwörter angeeignet: http://muttis-blog.net/das-hilft-gegen-schimpfworter/

    Antworten
    • Januar 15, 2017 um 8:29 pm
      Permalink

      Das ist eine schöne Idee für kleine Kinder…danke für den Tipp!

      Antworten
  • Januar 15, 2017 um 8:46 pm
    Permalink

    Huhu. Das ist ein schöner Artikel. Ich habe selbst auch 3 Kinder und ich gehe eher gelassen mit solchen Situationen um. Das schont Nerven und festigt Vertrauen.
    LG

    Antworten
    • Januar 15, 2017 um 8:51 pm
      Permalink

      Hallo Gianna,
      freut mich, dass dir der Artikel gefällt und es ist schön zu hören, dass du das so entspannt sehen kannst😊.
      Liebe Grüße
      Steffi

      Antworten
  • Januar 15, 2017 um 8:58 pm
    Permalink

    Hallo,

    meine Tochter geht zwar nicht in den Kindergarten, hat aber trotzdem ganz tolle Schimpfwörter auf Lager … Die hören sie ja auch bei Freunden und dann ist das ganz schnell drin.
    Ich versuche auch, das Ganze möglichst gelassen zu sehen. Beleidigen lasse ich mich nicht – da erkläre ich, warum ich das nicht möchte. Fluchen um Dampf abzulassen … Tja, das mache ich manchmal auch 😉

    Liebe Grüße, Lisa

    Antworten
    • Januar 15, 2017 um 9:11 pm
      Permalink

      Hallo Lisa,
      schön, dass du für dich schon einen funktionierenden Weg gefunden hast. Gelassenheit ist im Familienleben immer von Vorteil😊.
      Liebe Grüße
      Steffi

      Antworten
    • Dezember 18, 2019 um 6:40 am
      Permalink

      Meine Enkeltochter sie ist 3 Jahre,sagt sehr oft Arschloch fast jedes 10 Wort ist Arschloch! Wenn sie sich ärgert oder wütend ist, wir sind am verzweifeln, wir haben bereits mit ihr geredet, haben es ignoriert , haben geschimpft nichts bringt uns weiter wir sind am verzweifeln! Sie hat eine 2 Jahre ältere Schwester die sie früher immer ermutigt hat solche Wörter zu sagen und mein Schwiegersohn fand es such lustig und jetzt haben wir das Problem und bekommen es nicht in den Griff! Haben Sie Tipps für uns?
      Mit freundlichen Grüßen
      Martina H.

      Antworten
      • Dezember 27, 2019 um 10:57 am
        Permalink

        Liebe Martina,
        Sie haben sicher Verständnis dafür, dass eine individuelle Beratung nur innerhalb eines Coachingprogrammes bzw. Kurses erfolgen kann. Ihre Tochter kann allerdings sehr gerne in meine kostenfreie Facebook-Gruppe „Entspanntes Mama-Sein“ kommen, in der es in regelmäßigen Abständen Live-Coachings zu ausgewählten Familienthemen gibt.
        Herzliche Grüße
        Steffi

        Antworten
  • Januar 18, 2017 um 10:04 pm
    Permalink

    also ich habe die Schimpfwörter immer ignoriert und gute Erfahrungen gemacht: sie wollten doch eigentlich nur schauen, wie ich reagiere und wenn ich dann nichts gesagt habe, hat es auch keinen Spaß mehr gemacht

    Antworten
    • Januar 19, 2017 um 5:49 am
      Permalink

      Hallo Petra,
      das ist toll, dass du es geschafft hast die Schimpfwörter zu ignorieren…fällt einem ja nicht immer so leicht.
      Liebe Grüße
      Steffi

      Antworten
    • Januar 19, 2017 um 5:52 am
      Permalink

      Hallo Caro,
      da hast du sicher recht. Wenn es dir gelingt auf Augenhöhe, wertschätzend und trotzdem bestimmt (bezogen auf das was dir wichtig ist) zu kommunizieren, dann klappt das bestimmt. Alles Gute für den Praxistest🙃.
      Liebe Grüße
      Steffi

      Antworten
  • Mai 30, 2017 um 7:08 am
    Permalink

    Ja, bekannes Phänomen! 🙂 Ich war auch schon „die blöde Kuh“. Als ich dann nachfragte, wie denn die Kinder einer Kuh heißen, kam ntürlich das „Kalb“ als Antwort. „Und was wird aus einem Mädchen-Kalb wenn es groß wird?“ „Eine Kuh!“ kam die prompte Antwort. „Na siehst du und jeder ist mal blöd!“ Darauf wurde erst mal überlegt, anschließend gegrinst und die Sache war erledigt.
    Mit meinem Enkelkind werde ich versuchen genau so gelassen umzugehen!
    Allzeit gute Nerven wünscht Elke

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    • Juni 1, 2017 um 6:39 am
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      Hallo elke, vielen Dank für deine Gedanken dazu…dir auch alles Gute!

      Antworten
  • Juni 22, 2017 um 9:05 pm
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    Unsere Kinder benutzen zwar keine Schimpfwörter, ihre Lieblingswörter sind momentan Kaka, Pipi, Penis usw. Sie setzten sie überall ein und finden das total lustig. Diese Phase dauert schon seit 3-4 Monaten an. Ich habe gehofft, dass es schneller rum ist, weil wir besprochen haben, dass ich diesen Quatsch nich beim Essen hören will (was auch klappt), sonst ignoriere ich es einfach.Ich habe auch schon gefragt, warum sie es so lustig finden…Ich weiß, dass es irgendwann aufhören wird, es ist aber manchmal trotzdem total nervig, wenn sie eine halbe Stunde lang miteinander erzählen, solche Wörter einsetzten und sich kaputt lachen…

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