Dein Kind wünscht sich ein Haustier? Irgendwann kommt dieser Wunsch in jeder Familie auf den Tisch. Die Antwort der meisten Eltern ist dann meist eher verhalten, unschlüssig oder ratlos. Scheinbar macht so ein Mitbewohner ja viel Schmutz und dass die ganze Arbeit an den Eltern hängen bleibt, ist ja auch allseits bekannt. Aber stimmt das wirklich? Oder überwiegen nicht vielleicht doch die Vorteile?

Im Hause Emmali hatten wir diese Situation wieder einmal vor ein paar Wochen. Töchterchen wünscht sich ein Haustier, am Liebsten eine Katze. Die Fische und Schnecken  die sie zur Kommunion bekommen hat (und die sich explosionsartig vermehrt haben) sind zwar toll, aber mit denen kann man nicht kuscheln, geschweige denn sie streicheln. Wo sie Recht hat…allerdings finde ich es sehr meditativ einfach nur ins Aquarium zu starren und Arbeit macht es praktischerweise auch kaum.

haustier für kinder

Nun also der Wunsch nach einer Katze. Also wurde diskutiert und diskutiert; während ich den Wunsch ganz nachvollziehbar fand, wehrte mein Mann sich strikt dagegen. Denn schließlich hatten wir ja schon ein paar Haustiere, genauer gesagt 3 Meerschweinchen und 1 Katze, die aber alle schon verstorben sind; und eigentlich waren wir Eltern auch froh, uns um nichts mehr kümmern zu müssen…eigentlich. Denn irgendwo tief in mir drin kann ich mich mit dem Gedanken doch ganz gut anfreunden.

Da die Anschaffung eines Haustieres natürlich eine Familienentscheidung sein sollte (unnötig zu sagen, dass auch Tochter 1 und 2 dafür sind), habe ich mich auf die Suche gemacht, nach wissenschaftlich belegten Vor- und Nachteilen, um Herrn Emmali den Haustierwunsch ein bisschen näher zu bringen. Das Ergebnis meiner Recherchen möchte ich Dir heute vorstellen.

Haustier für kinder

 „Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und sie kritisieren nicht.“

Mark Twain

Vorteile „Haustier“

Ja wo liegen diese, außer darin, dass das Kind zufrieden und glücklich ist?

  • Haustiere fördern die soziale Kompetenz des Kindes, es wird zuverlässiger und ordentlicher.
  • DasImmunsystem wird gestärkt.
  • Haustiere sind Seelentröster, sie geben dem Kind in schwierigen Situationen Geborgenheit, schenken Vertrauen und sie sind die besten Zuhörer; Kinder können ihnen all ihre Sorgen erzählen ohne mit unangenehmen Reaktionen rechnen zu müssen.
  • Das Einfühlungsvermögen erhöht sich, denn das Kind muss die Bedürfnisse seines Haustieres respektieren und akzeptieren.
  • Kinder mit Haustieren werden verantwortungsbewusster.
  • Durch die Erfahrung gebraucht zu werden, für jemanden sorgen zu müssen und sorgen zu können, wird das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt.
  • Kinder mit Haustieren haben außerdem eine höhere Frustrationstoleranz, denn Tiere machen nicht immer das, was das Kind will und zeigen ihren Unmut auch deutlich und das Kind muss lernen damit umzugehen.
  • Laut dem Psychologischen Institut der Universität Bonn haben Kinder, die ein Haustier versorgen, auch bessere Schulnoten. Der Tierbesitz fördert die Konzentration, die Kinder sind ausgeglichener, geduldiger, aufgeweckter und toleranter.
  • Jugendliche Tierhalter sollen auch weniger suchtgefährdet sein.

Wichtige Voraussetzung für diese Vorteile ist aber, dass das Kind sich auch wirklich selber um das Haustier kümmert.

haustier für kinder

Natürlich hat so eine Haustierhaltung nicht nur Vorteile. Ich persönlich mag z.B. Hunde sehr gerne, allerdings brauchen Hunde eben sehr viel Ansprache und Auslauf, im Gegensatz zu Katzen, die gerne mal alleine sind. Auch möchte ich ungern auf unsere Urlaube verzichten, weil wir keine Unterbringung für den Hund hätten.

haustier für kinder

Nachteile bzw. was es zu beachten gilt

  • Natürlich machen Haustiere Arbeit, deshalb sollte im Vorfeld geklärt werden, welche Arbeiten das Kind realistisch und wirklich regelmäßig übernehmen kann.
  • Haustiere kosten Geld und zwar nicht nur bei der Anschaffung. Es muss regelmäßig Futter, Streu und sonstiges Zubehör gekauft werden. Je nach Tierart kommen auch noch eine Versicherung, Tierarztkosten usw. hinzu.
  • Bei der Auswahl muss auch darauf geachtet werden, wieviel Platz zur Verfügung steht und wieviel das jeweilige Tier benötigt für eine artgerechte Haltung ( manche Tierarten sollten nämlich unbdeingt zu zweit gehalten werden).
  • Wie sieht es mit Urlaub aus? Kann das Tier mitreisen oder gibt es jemanden der die Versorgung übernimmt?
  • Nachtaktive Tiere wie Hamster eigenen sich weniger für Kinder, v.a. wenn sie im Kinderzimmer untergebracht werden, da der Wach-Schlaf-Rythmus genau entgegengesetzt ist.
  • Lebenserwartung der jeweiligen Tierart ist auch wichtig. Hunde und Katzen können ziemlich alt werden; da muss man sich als Eltern fragen, ob man das will. Die Kinder sind dann evtl. außer Haus beim Studieren, aber das Haustier bleibt da.
  • Wie alt sind die Kinder? Um wirklich mithelfen zu können, sollte ein Kind schon mind. 4 Jahre alt sein, dann kann es füttern, bürsten und Schritt für Schritt die Pflege erlernen. Vor 4 kann man nicht erwarten, dass ein Kind versteht, dass das Tier wirklich jeden Tag versorgt werden muss.

Bei all diesen Punkten darf man nicht vergessen, dass IMMER die Eltern die Verantwortung tragen und letztendlich dafür zuständig sind, dass die Tiere richtig versorgt werden. Gerade kleinere Kinder können all die erforderlichen Schritte und die anfallende Arbeit gar nicht abschätzen, selbst wenn du es Ihnen vorher genau erklärst.

Fazit

Tiere im Haus machen die Familie glücklich, allein durch ihre Anwesenheit. Durch ihr feines Gespür für Stimmungen sind sie richtige Freunde für Kinder und verlässliche Weggefährten, die viel Freude machen. Trotzdem sollte im Vorfeld ganz genau überlegt werden, welche Tierart zur Familie und ihren Angewohnheiten am Besten passt und wer welche Arbeiten verlässlich übernehmen kann.

Die Auflistung der Vorteile hat letztendlich auch Herrn Emmali von der Notwendigkeit eines Haustieres für die Entwicklung seiner Töchter überzeugt. Um allen Familienmitgliedern gerecht zu werden, wird es also diesmal zum Geburtstag einen XXL-Hasenstall und 2 superniedliche Widderhäschen geben. Auf das Gesicht des Geburtstagskindes bin ich schon sehr gespannt und auf die Diskussionen, wenn es darum geht den Hasenstall auszumisten, freu ich mich auch schon 😊

 haustier für kinder vorteile

Liebe Grüße

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Über den Autor

 

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Medienpädagogin und selbst Mama von 3 Kindern. Auf ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen rund um ein entspanntes Familienleben, Erziehungstipps, Kreatives, Shoppingtipps und Episoden aus dem Alltag mit 3 Kindern.

Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie nun auch online als Mamacoach und Erziehungsberaterin tätig. Sie unterstützt Frauen dabei entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.

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Warum dein Kind ein Haustier haben sollte…
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5 Gedanken zu „Warum dein Kind ein Haustier haben sollte…

  • Februar 9, 2017 um 10:34 pm
    Permalink

    Hallo Steffi,

    ich danke dir für den tollen Beitrag! Mein Großer (11 Jahre) kam vor genau 8 Jahren mit einem Haustierwunsch. Nach langen Gesprächen mit Kind und Mann und viel Überlegung haben wir uns dann dafür entschieden, einen Hund in unsere Familie aufzunehmen! Wir hatten Glück, dass eine gute Freundin kurzfristig für zehn Tage verreisen musste. Durch Zufall habe ich gehört, dass sie ihren Hund in eine Hundepension bringen wollte.
    Für gewöhnlich nahm sie ihren pelzigen Freund immer mit auf Reisen, aber in diesem Fall wäre es für den Hund nicht zumutbar gewesen! Da ich nicht mit ansehen wollte, wie der kleine Schisser in einer Pension untergebracht wird, haben wir ihn für zehn Tage bei und zu Hause beherbergt! So war er bei ihm bekannten Menschen und wir könnten mal einen ersten kleinen Eindruck bekommen, wie der Alltag mit Hund aussehen kann!
    Es war ein tolles Gefühl und da wir sowieso oft wanderten und einen sehr großen Garten haben passte ein Hund auch zu unserem Lebensstil! Ich kann bestätigen, dass ein Haustier und die „Verantwortung“ (die man seinem Kind zu kleinen Teilen altersgerecht auferlegen kann) für das Tier soziale Kompetenzen und das Selbstvertrauen stärkt!

    LG Tine von https://frauensache.wordpress.com

    • Februar 10, 2017 um 6:07 am
      Permalink

      Hallo Tine,
      und danke für die Schilderung deiner Erfahrungen. In Urlaubsvertretung zu testen, ob es mit dem Haustier klappen könnte, ist natürlich eine wunderbare Möglichkeit. Es freut mich, dass der Hund so gut zu euch passt.
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Februar 10, 2017 um 7:43 am
    Permalink

    Hallo Steffi,
    meine Kinder wünschen sich sehr einfach Haustier. Bei uns zieht aber erstmal keines ein, weil ich momentan nicht noch mehr Arbeit aufhalsen möchte. Im Alter meine Kinder würde die Arbeit bei mir hängen bleiben:(
    LG
    Natalia

    • Februar 10, 2017 um 8:54 am
      Permalink

      Hallo Natalia,
      wenn du das nicht wirlich willst, macht es auch keinen Sinn. Dann hättest du noch mehr um die Ohren und wärst dementsprechend genervt.Vielleicht könnt ihr ja auch mal die Urlaubsvertretung für die Haustiere von Freunden übernehmen, dann hätten die Kinder ab und an ein Haustier, aber du nicht die ganze Verantwortung.
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Februar 11, 2017 um 9:22 pm
    Permalink

    Wir haben jetzt seit 1 Jahr einen süßen kleinen Hund. Meine Tochter (5 Jahre) ist jeden Tag für sein frisches Trinkwasser zuständig, den Rest erledigen wir 🙂

Kommentare sind geschlossen.