Mittlerweile hört man immer wieder von Hochsensibilität, besonders auch von hochsensiblen Kindern. Aber was ist damit eigentlich gemeint?

Laut wikipedia ist Hochsensibilität (deutsche Terminologie uneinheitlich; auch: Hochsensitivität, Hypersensibilität oder Überempfindlichkeit) ein Phänomen, bei dem Betroffene stärker als der Durchschnitt auf Reize reagieren, diese viel eingehender wahrnehmen und verarbeiten.

(Weitere Infos und Experten-Tipps zum Thema „Hochsensibilität“ bekommst du kostenlos beim Online-Kongress von Susanne.)

Wie sich das im Alltag äußert, berichtet dir in diesem Gastartikel Michaela vom hsfamilblog. Sie schreibt von ihrem Familienalltag als Hochsensible mit allen Höhen und Tiefen. Und jetzt wünsche ich dir viel Freude beim Lesen:

Alternatives Leben einer Familie mit Hochsensibilität

Eines Tages ist es so weit und man kann dem Kind einen Namen geben.
Unser Kind heißt „Hochsensibel“.

Wir, also Michaela, Michael und unsere beiden Kinder, sind alle hochsensibel.

Wir nehmen die Welt anders wahr als andere Menschen. Wir können viele Eindrücke nicht einfach wegfiltern oder ausblenden. Aber wir lernen immer besser damit umzugehen.
Es ist eine Gabe und soll auch als solche gesehen werden.

Dazu gehört auch das wir auf einiges verzichten, wie z.b. fernsehen und oft auch auf Radio.
Auch der Umzug von der Großstadt in eine kleine Gemeinde am Land war ein großer Schritt, der sehr viel in uns verändert hat.

Wir leben bewusster mit der Natur. Der Rhythmus der Jahreszeiten und sogar die Mondphasen sind hier viel stärker zu spüren.

Was mir sehr viel Kraft und eine guten Ausgleich zum hektischen Alltag mit zwei Kleinkindern bringt, ist mein Gemüsegarten. Das Arbeiten in der Erde und mit den Pflanzen entspannt mich.

Im Winter, wo wir witterungsbedingt viel Zeit im Haus verbringen, versuche ich einen Ausgleich mit Stricken und experimentellen Handarbeiten zu finden. Ich merke aber, dass mir die Arbeit in und mit der Erde fehlt.

Auch die Betreuung meiner Hühner ist eine sehr gute Ruhequelle für mich. Sie strahlen so eine Ruhe und Gelassenheit aus, wenn sie bei uns im Garten herumlaufen; das ersetzt jede Meditations-CD.

Mein Mann dagegen findet seine Mitte in seiner Kunst. Wenn er einige Tage nicht zum Zeichnen kommt wird er richtig mürrisch und ist kaum auszuhalten. Es muss einfach raus aus ihm.

„Deine allerwichtigste Verantwortung allen anderen Wesen auf diesem Planeten gegenüber ist es, dich ganz besonders gut um dein ganz eigenes Selbst zu kümmern!“

Robin L. Posyn

Wenn das alles jetzt recht harmonisch klingt, so gibt es doch auch noch viele weiße Flecken und Baustellen auf unseren Lebenslandkarten.

Das nächtliche Grübeln um Sachen, die sich meist doch von ganz alleine lösen.
So hat mein Mann zum Beispiel vor Kurzem die halbe Nacht überlegt, was er mit dem Schmetterling machen soll, der in unserem Brennholz seinen Winterschlaf hält. Irgendwann im Laufe des Winters werden wir das Holz ja noch brauchen.

Für mich war der Kindergartenstart meiner Tochter auch alles andere als leicht. Ich hatte Angst, dass ihr all die neuen Eindrücke zuviel werden und wir es vielleicht nicht bemerken.
Ich musste mich also daran erinnern, dass es nicht ihre Angst ist, sondern meine und ich damit fertig werden muss.

Gerade hochsensible Mütter neigen dazu ihre Kinder unter eine Käseglocke zu setzen und sie ständig beschützen zu wollen. Aber genau das ist falsch.
Wir müssen sie ihren Weg gehen lassen und ihnen helfend zu Seite stehen, sie dabei ermutigen und ihnen Kraft geben.

Ungewohntes und Neues als besondere Herausforderung

Beim Thema Kindergarten war es meine Tochter, die mir ihren besonderen Mut gezeigt hat. Sie hat mich am ersten Tag gleich heimgeschickt mit den Worten „Mama du kannst gehen, ich bin schon groß“.
Für sie ist der Kindergarten eine Berührung mit nicht hochsensiblen Menschen und das ist sehr wichtig für ihre Entwicklung.

Aber auch unser jährlicher Ausflug auf den Wiener Weihnachtsmarkt zu unserem Lieblingskeramiker ist alles andere als ein Vergnügen, sondern eine große Herausforderung für die ganze Familie. Es ist stressig und überreizt uns. Leider treffen wir aber nur dort auf den Keramiker und deswegen nehmen wir den Ausflug jedes Jahr wieder auf uns.

Ich habe für mich entdeckt, dass ich vor allem nach Tagesausflügen und Besuchen, die mich sehr überreizen und fordern, in ein sauberes Zuhause zurückkommen muss. Denn diese Sauberkeit im Haus löst bei mir eine Art innere Ruhe aus und hilft mir dabei mich wieder zu entspannen.

Räuchern hilft mir persönlich ebenfalls sehr dabei mein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen.

Manchmal ist ein Rückzug nötig, um Herz und Seele zu schützen.

Es ist wichtig, dass jeder hochsensible Mensch seinen persönlichen Weg findet sich wieder zu entspannen. Hochsensibel sein ist keine Strafe und auch keine Krankheit; es ist vielmehr eine Gabe, die nicht jeder hat.
Eine Gabe anders zu sein und genau das sollten wir respektieren.
Wir müssen auf unser Seele und auf unseren Körper hören, dann zeigt er uns, was uns gut tut und was nicht.

Zur Person:

Michaela schreibt auf ihrem Blog über den Alltag als hochsensible Familie, gibt passende Buchempfehlungen und stellt sogar einen kurzen Test zum Thema „Ist mein Kind hochsensibel“ zur Verfügung.

Vielen Dank Michaela, für diesen persönlichen Einblick in dein Familienleben.

Eine Auswahl an passender Literatur, falls du dich noch weiter einlesen möchtest, findest du hier.*

Wie geht es dir? Hast du auch bereits Erfahrung mit Hochsensibilität gesammelt? Schreib mir doch davon in den Kommentaren…ich freu mich!

Liebe Grüße

PS:
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Über den Autor

 

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Medienpädagogin und selbst Mama von 3 Kindern. Auf ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen rund um ein entspanntes Familienleben, Erziehungstipps, Kreatives, Shoppingtipps und Episoden aus dem Alltag mit 3 Kindern.

Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie nun auch online als Mamacoach und Erziehungsberaterin tätig. Sie unterstützt Frauen dabei entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.
Mehr dazu unter Steffi Wenzlick - Erziehungsberatung und Müttercoaching

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Familienleben mit Hochsensibilität – ein Einblick in Michaelas Alltag
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