Die Sportwahl unserer Kinder ist nicht immer eindeutig und der Traumsport nicht leicht zu finden. Ich weiß das nur zu gut. Wir haben von Breitensport, über Ballett, bis hin zu Tischtennis und Schwimmen alles ausprobiert. Letztendlich haben sich dann Tanzen und Tennis durchgesetzt.

Im Gespräch mit anderen Eltern habe ich dann festgestellt, dass gerade die Kampfsportarten von vielen eher abgelehnt werden, weil sie zu aggressiv seien.

Im heutigen Gastartikel schreibt Oliver vom Familien-Lifestyle-Portal „Kleine Sonne“  darüber, was Kampfsport ausmacht und wie du als Elternteil damit umgehen kannst, wenn dir dieser Wunsch nicht ganz behagt.

kampfsport

Kinder probieren viele Sportarten aus, bevor sie sich einer bestimmten Sportart anschließen. Die Wahl der Sportart hat verschiedene Ursachen. Oft sind es die Eltern, welche die Kinder leiten. Manchmal will ein Kind aber auch einfach  das machen, was ein Freund gerade toll findet.

Deshalb kommt es immer wieder vor, dass Kinder eine Kampfsportart ausprobieren möchten, auch wenn die Eltern davon nicht begeistert sind.

Nun stellt sich die Frage:

  • Soll ich das zulassen?
  • Was muss ich beachten?

Soll ich mein Kind zum Kampfsport anmelden?

Wo das Ganze hinführen wird,  weiß keiner. Niemand kann genau sagen, ob es deinem Kind Spaß machen wird und ob es dabei bleiben möchte. Was du aber besser vermeiden solltest, ist deinem Kind den Sport „schlecht“ zu reden.

Dein Kind sollte den Sport ausprobieren und aussuchen dürfen, den es selbst möchte. Natürlich ist das Wort „Kampfsport“ sehr brutal und einige verbinden damit eher negative Assoziationen.

Bevor du dir als Elternteil aber Vorurteile gegen diese Sportart zu nutze machst, solltest du mit deinem Kind zum Sportverein gehen und dir das Ganze bei einem Probetraining einmal anschauen. Hier sehen du und dein Kind live, was diese Sportart ausmacht. Du kannst dich mit anderen Eltern austauschen und so verstehen, was eine Kampfsportart vermitteln möchte.

Auch beim Kampfsport gibt es viele verschiedene Unterarten, die je nach Charaktereigenschaften deines Kindes geeigneter sind. Während Karate, Kickboxen usw. sich eher für aufgeschlossene und sehr aktive Kinder eignet, sind zurückhaltende Kinder anfangs vielleicht besser bei Judo aufgehoben.

Was bringt Kampfsport für mein Kind?

Anstatt Kampfsport sollten diese Sportarten eigentlich „Selbstverteidigungssport“ genannt werde. Egal ob es sich um Judo, Jin Jitsu, Karate, Kickboxen, Taekwondo oder Boxen handelt, in allen Sportarten wird deinem Kind die „richtige“ Anwendung des Erlernten gezeigt.

Bevor man kämpfen kann, muss man sich zuerst verteidigen können und Verteidigung ist die erste Grundlage für all diese Sportarten. Den Kindern wird beigebracht, welche verheerenden Folgen ein Schlag oder ein Tritt haben kann. Die Kinder erkennen so, was wann eingesetzt werden darf und was nicht und können dies dann später außerhalb des Sportvereins besser reflektieren.

Wenn du dich wirklich mit dem Thema Kampfsport befasst, so erkennst du, dass beim Training Konzentration, Reaktion, Selbstkontrolle, Selbstvertrauen und Charakter geschult werden. Diese Dinge sind für dein Kind von Vorteil und es kann sie in allen Lebensbereichen einsetzen.

Es ist bewiesen, dass kaum ein Kampfsportler seine Techniken zur Gewaltausübung außerhalb des Sportes nutzt, da er sich stets bewusst ist, dass er damit sein Gegenüber verletzen könnte.

Wichtig für dich als Elternteil ist es, dir einen genauen Einblick in die Kampfsportschule zu machen. Nicht jeder Trainer ist gleich gut und nicht jede Kampfsportschule unterstützt die Kinder gleicher Maßen. Wichtig ist, dass die Kampfsportschule bzw. der Sportverein verschiedenen Leistungsklassen anbietet. Da jedes Kind unterschiedliche Entwicklungen durchschreitet kann man nicht pauschalisieren, ab welchem Alter die jeweilige Sportart nun für den Einzelnen geeignet ist.

Du solltest also die erste Zeit schon beim Training dabei sein, um genau nachvollziehen zu können, was deinem Kind beigebracht wird. Das stärkt auch die Verbindung zum Kind, da du als Elternteil auch über deine Beobachtungen erzählen kannst und mit dem eigenen Kind Erfahrungen austauschen kannst.

Das Kind muss am Ende selbst entscheiden

Mit dem Kampfsport ist es, wie mit allen anderen Sportarten auch. Eltern sollten ihren Kindern die Möglichkeit geben, die für das Kind geeignete Sportart zu finden.  Wenn du dich als Elternteil dann auch noch mit der Kampfsportart beschäftigst, erkennst du schnell, dass hier nicht das Kämpfen, sondern die Verteidigung und Stärkung der Persönlichkeit deines Kindes im Vordergrund steht.

Dein Kind sollte also selbst entscheiden dürfen, ob ihm  Kampfsport Spaß macht. Du solltest dabei die unterstützende, beratende Anlaufstelle für dein Kind sein und es begleiten.

Vielen Dank für diese Ausführung, Oliver.

Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen. Natürlich bist letztendlich du diejenige, die die Vor- und Nachteile des jeweiligen Sports für dein Kind am Besten abwägen kann. Je nach Wohnort ist die Auswahl ja auch nicht unbedingt so groß.

Schreib mir doch in den Kommentaren, ob dein Kind Kampfsport macht oder schon einmal ausprobiert hat. Ich freu mich.

Liebe Grüße

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Über den Autor

 

Stefanie Wenzlick ist Diplom-Pädagogin (Univ.), Medienpädagogin und selbst Mama von 3 Kindern. Auf ihrem Blog gibt sie praktische Tipps und Anregungen rund um ein entspanntes Familienleben, Erziehungstipps, Kreatives, Shoppingtipps und Episoden aus dem Alltag mit 3 Kindern.

Nachdem sie über 10 Jahre lang Familien und Mütter vor Ort beraten und begleitet hat, ist sie nun auch online als Mamacoach und Erziehungsberaterin tätig. Sie unterstützt Frauen dabei entspannt und mit Leichtigkeit ihren vielen Rollen (Mutter, Partnerin, Freundin, Arbeitnehmerin etc.) gerecht zu werden, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem eine gute Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.
Mehr dazu unter www.emmali-coaching.de

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Ist Kampfsport für mein Kind das Richtige – ja oder nein?
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2 Gedanken zu „Ist Kampfsport für mein Kind das Richtige – ja oder nein?

  • März 15, 2017 um 8:06 am
    Permalink

    Liebe Steffi,
    uns wurde Kampfsport sogar empfohlen, um das Selbstbewusstsein des Sohnes zu stärken. Aber nach zwei Probestunden Judo hatte er keine Lust mehr und nun spielt er ganz begeistert Fußball. Das tut ihm auch merklich gut. So findet jedes Kind seinen Sport 😉 Lieben Gruß, Svenja

    • März 15, 2017 um 10:27 am
      Permalink

      Hallo Svenja,
      ich finde es schön, dass dein Sohn nun seinen Sport gefunden hat. Wichtig ist einfach, dass das Kind sich wohlfühlen und Freude dabei hat, dann wird jede Sportart das Kind bei der Entwicklung fördern.
      Liebe Grüße
      Steffi

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